9. Februar 2013 - Berlin, Villa Elisabeth
Invalidenstr. 4a, 10115 Berlin




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SOUNDSCAPE EAST ASIA

SOUNDSCAPE EAST ASIA in Berlin müsste es eigentlich heißen - denn unübersehbar hat sich in Berlin in den vergangenen Jahren eine ostasiatische Klanglandschaft herausgebildet: durch professionelle Musiker aus China, Japan und Korea, die nach Deutschland kamen, sich vor allem in Berlin niederließen und hier seitdem das Musikleben bereichern.

Das ensemble unitedberlin arbeitet bereits seit längerer Zeit mit einigen dieser Musiker zusammen. Diese traten dabei bisher eher als Solisten ihrer asiatischen Instrumente in der Kombination mit einem westlichen Ensemble in Erscheinung. Andererseits bildete sich aus diesen Solisten vor einiger Zeit wiederum ein Ensemble, das AsianArt Ensemble. Es realisiert hier in Berlin etwas, das in den Heimatländern seiner Mitglieder nahezu unvorstellbar wäre: nämlich jenseits der national-kulturellen Unterschiede miteinander zu arbeiten und voneinander zu lernen. Es ist aus hiesigen Verhältnissen nur schwer nachvollziehbar - aber als Hindernis für eine fruchtbare Zusammenarbeit sind nationalistisch gefärbte Ressentiments gegenüber Nachbarn gerade in den Ländern Japan, Korea und China nicht zu unterschätzen. Daher bietet das inzwischen "neutrale" Berlin äußerst günstige Voraussetzungen für ein Gedeihen solcher Kooperationen, in denen sich regional diversifizierte asiatische Musikphilosophien in freierem Terrain gegenseitig beeinflussen können.

Neben den erwähnten Projekten von unitedberlin mit in unserer Stadt ansässigen asiatischen Musikern gab es inzwischen auch eine weitere Zusammenarbeit mit einem Ensemble, das sich der Aufführung traditioneller und zeitgenössischer Musik verschrieben hat. Es handelt sich um IIIZ+ (Kayagûm, Koto, Guzheng + koreanisches Percussion), ein Ensemble, dessen Mitglieder weltweit verstreut leben, für Projekte aber immer wieder zusammenfinden. Ein solches Projekt ergab sich im Sommer 2009 beim Festival Crosssound in Alaska, wo eine erste Kooperation von IIIZ+ und ensemble unitedberlin zustande kam - eine wahrhaftige Begegnung asiatischer und westlicher Musikausübung.

Neue-Musik-Konzerte mit Fokus auf China, Japan und Korea hat es bereits mehrfach gegeben - SOUNDSCAPE EAST ASIA aber vertritt einen neuen Ansatz: Es geht nicht darum, die Musik eines spezifischen Landes oder mehrerer Länder zu präsentieren, sondern viel mehr um das Erforschen und die Präsentation klanglicher Möglichkeiten und um Zusammenhänge in Form von neuartigen Besetzungen, die aus dem Zusammenspiel der drei Ensembles realisierbar sind - sowohl in der Konstellation Europa-Asien, als auch in den Klangmischungen aus dem asiatischen Raum.

Das Konzert von unitedberlin schließlich präsentiert eine Reihe von Werken, die mit einzelnen Musikern von IIIZ+ und AsianArt Ensemble gemeinsam aufgeführt werden. Die Kompositionen stammen zum Teil auch aus Deutschland, von Komponisten, die sich bereits mit der Thematik des Festivals auseinandergesetzt haben.

Mit freundlicher Unterstützung der Ernst von Siemens Musikstiftung, der Senatskanzlei Kulturelle Angelegenheiten und in Zusammenarbeit mit dem Kulturbüro SOPHIEN

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