WOHER - WOHIN? Komponieren heute
Freitag, 4.12.98
19.30 Uhr, Kleiner Saal
Wolfgang Rihm
Angelika Luz, Sopran
Peter Hirsch, Leitung
Ensemble UnitedBerlin
Arnold Schönberg (1874-1951)
Drei Stücke für Kammerorchester
Herzgewächse für hohen Sopran, Celesta, Harmonium und Harfe op. 20 [M. Maeterlinck]
Igor Strawinsky (1882-1971)
Trois poésies de la lyrique japonaise für Sopran und Kammerensemble
1. Akahito / 2. Mazatsumi / 3. Tsaraiuki
Pierre Boulez (*1925)
Dérive 1 für 6 Instrumente
John Cage (1912-1992)
Cheap imitation für Violine solo, Teil 2
Wilhelm Killmayer (*1927)
The woods so wilde Kammermusik Nr. 1 für Flöte, Schlagzeug, Viola und Gitarre
Helmut Lachenmann (*1935)
Pression für Violoncello solo
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Wolfgang Rihm (*1952)
Silence to be beaten (Chiffre II) für Kammerensemble
John Adams (*1947)
Chamber Symphony
1. Mongrel Airs / 2. Aria with Walking Bass / 3. Roadrunner
Antinomien
Die Einheit der Musik entsteht aus Gegensätzen. Gegensätze der Mittel, der Formen, der Ästhetiken. Die Rezeption reflektiert zunächst vorrangig die Gegensätze und dringt mit der Zeit zur subkutanen Einheit dieser zeitbezogenen Ersteindrücke vor. Das Erscheinungsbild aber prägen zunächst antinomische Konstellationen, die durchaus vor eine moralische Wahl zu stellen scheinen: entweder - oder. Das Verbindende aber besteht von Anbeginn, und es leuchtet - je genauer wir zu unterscheiden lernen - hervor. So ist das Spiel der Rezeption vergleichbar dem Spiel der musikalischen Bestandteile: scharf unterschieden bilden sie das Gemeinsame aus.
Wolfgang Rihm