Höhen und Tiefen

25 Jahre Ensemblearbeit sollten im Bewusstsein der Öffentlichkeit nicht ohne Spuren bleiben – deutlich zu sehen vor allem in unseren Bemühungen, in zeitgenössischen Werken den Aspekten des menschlichen Daseins nachzuspüren. Dafür gab es eine entscheidende Phase, die Konzertreihe „Vom Äußersten“, in der wir dem Niederschlag existenzieller Bedrohung des Lebens als Sediment in zeitgenössischen Kompositionen nachgegangen sind. Die Arbeit an diesem Zyklus hat den Anspruch an unser Tun von jenem Zeitpunkt an wesentlich beeinflusst und geprägt.

Um das Bild vom Galeristen im Zusammenwirken von Schöpfer, Interpret und Rezipient noch einmal zu bemühen: Spuren im Bewusstsein von Komponisten haben wir mit Sicherheit hinterlassen, das kann man so und so verstehen. Denn auch die backstage gelebten Emotionen gehören zu Freud und Leid unserer Arbeit - und wir gehen ihnen nicht aus dem Weg (Les risques du métier ...). Treffender und schöner als Reiner Kunze kann man diese Prozesse kaum beschreiben:

nachdichten

Mit der goldwaage wiegen
und das herz nicht anhalten dabei

Noch dort dem dichter folgen wo der vers
im dunkeln läßt

Den kopf hinhalten für ihn