11. Januar 2011, 20 Uhr, Kino Babylon
in der Reihe STUMMFILM LIVE des Babylon


Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens
Film von Friedrich Wilhelm Murnau (1922) mit der Musik von Michael Obst (2002)

ensemble unitedberlin
Christian Schumann, Leitung

Entgegen heute üblichen Gewohnheiten, Stummfilme live durch einen Klavier- bzw. Orgelspieler zu begleiten, nähert sich unsere Aufführung von Film und Musik der originalen Situation wieder an: Zur Premiere von Nosferatu am 4. März 1922 in Berlin spielte das zwölfköpfige Otto Kermbach Orchester unter der Leitung von Hans Erdmann, Komponist der originalen Filmmusik. Dessen Musik war nicht abendfüllend angelegt, wahrscheinlich wurden einzelne der Stücke im Verlauf des Films wiederholt (Berndt Heller). Michael Obst verfolgt in seiner 90-minütigen Komposition für ein ebenfalls groß besetztes Ensemble (14 Musiker und Dirigent) einen anderen Ansatz:
„Die Handlung, in der sich eine liebende Frau opfert um ihre Stadt von Blutsaugern und der Pest zu retten, folgt einer Oper nicht unähnlich der Dramaturgie des klassischen Dramas. Sich dieser Vergleichbarkeit zur Musik durchaus bewusst hat Murnau den Nosferatu nicht zu Unrecht eine Symphonie des Grauens im Untertitel bezeichnet. ( ... ) Im Sinne der Sinfonie und im Sinne der Konzeption des Films findet im 5. Akt und damit im 5. Satz der Höhepunkt und die Lösung des Films und in der Musik parallel dazu die Synthese des bis dahin vorgestellten kompositorischen Materials statt.“



23. März 2011, 18.30 Uhr, Kino Babylon
MaerzMusik - NEUE MUSIK ZU ALTEN FILMEN

J’accuse
Film von Abel Gance (1919), restaurierte Originalversion (2009) DE
Musik von Gary Lucas / Reza Namavar (2009)

Gary Lucas, Gitarre
ensemble unitedberlin

Das monumentale Filmepos J’accuse (Ich klage an) des französischen Filmpioniers Abel Gance (1889–1981) ist einer der technisch innovativsten Filme seiner Zeit und gilt als eines der ersten pazifistischen Werke der Filmgeschichte. Der Film bewegt und schockiert. Erzählt wird das Melodram einer Dreierbeziehung mitten im Wahnsinn des Krieges. Abel Gance nahm als Soldat im Ersten Weltkrieg reale Szenen auf, die für den Film nachgestellt wurden. 1922 wurde der Film gekürzt und umgeschnitten, 2009 konnte die Originalfassung des Films rekonstruiert werden. Für diesen Anlass komponierten Gary Lucas und Reza Namavar eine feinsinnige und aufwühlende Filmmusik, die bei der Premiere des restaurierten Films in Amsterdam mit dem Ensemble Caméléon und dem Gitarristen Gary Lucas präsentiert wurde.



Gary Lucas und Reza Namavar sprechen über ihre Musik zu „J’accuse“