Zum 10. Todestag von Luigi Nono

13. Mai 2000, Konzerthaus Berlin


Die Verwandtschaft des Frühwerks mit dem Spätstil Nonos zu verdeutlichen war inhaltlicher Ansatz unserer Nono-CD und liegt der Gestaltung dieses Gedenkkonzerts ebenfalls zugrunde. Im Programm finden sich drei frühe Ensemblewerke, denen sein letztes Stück "Hay que caminar" soñando für zwei Violinen gegenübersteht. Die beiden Instrumentalisten sind darin angewiesen, sich als wandernde, wandelnde Schallquellen durch den Raum zu bewegen - in unserer Aufführung vom rückwärtigen Teil des Saales aus um das Publikum herum. Die drei Teile des Stückes sind zwischen die frühen Ensemblewerke plaziert; dadurch ergeben sich zwischen den Enden und Anfängen der Werke interessante Übergänge (die unsere grundsätzliche Idee bekräftigen) ebenso wie eine stringente Dramaturgie zum Höhepunkt des Programms Canciones a Guiomar.

Konzeption: Andreas Bräutigam


Luigi Nonos `Canti` (Peter Hirsch)


Das pausenlose Programm war eine dicht gefasste, höchst eindrucksvolle Hommage auf den Komponisten (Luigi Nono). ... Die beiden hervorragend spielenden Geiger Andreas Bräutigam und Stephan Kalbe bewegten sich bei ihrem diffizilen Dialog von verschiedenen Pulten beiderseits des Auditoriums behutsam vom Fond des Saals zum Podium. ... Dazwischen das übrige Programm, gewissermaßen ein kompositorisch-biographischer Rückblick in Aktion. Alle diese instrumentalen Interpretationen gewannen unter der kundigen Leitung von Peter Hirsch vorzügliches Format in Tongebung und Abstimmung.

NEUES DEUTSCHLAND, 16. 5. 2000