4. Juli 2014, 19.30 Uhr

St. Elisabeth-Kirche


Vom Aussprechen und vom Verschweigen


Luigi Nono - La fabbrica illuminata (1964 / restaurierte Fassung von 2010) für Sopran und 4-Kanal-Tonband / Text: Giuliano Scabia und Cesare Pavese
Elena Mendoza - Relato improbable (2012)
für Akkordeon und Ensemble / Text: Juan Carlos Onetti
Georg Katzer - La fabbrica abbandonata III (mit Episode) (2011)
für Sprecher, Sopran und Ensemble / Text: Wolfgang Hilbig

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Luigi Nono - Guai ai gelidi mostri (1983)
für 2 Altstimmen, Ensemble und Live-Elektronik / Textzusammenstellung: Massimo Cacciari


Solisten
Eva Zwedberg, Sopran / Katharina Thomas, Mezzosopran / Ulrike Jahn, Alt
(Solistenensemble Phønix16)
Christian Steyer, Sprecher / Christine Paté, Akkordeon / Andre Bartetzki, Klangregie
ensemble unitedberlin
Martin Glück, Flöte / Matthias Badczong, Balazs Taiger, Klarinette / Mai Takeda, Trompete / Janni Struzyk, Tuba / Friedemann Werzlau, Sabrina Ma, Schlagzeug Yoriko Ikeya, Klavier / Andreas Bräutigam, Stephan Kalbe, Violine
Jean-Claude Velin, Viola / Ulrike Brand, Violoncello / Matthias Bauer, Kontrabass

Leitung
Andrea Pestalozza

La fabbrica illuminata

[...] Die vom Tonband eingespielten Klänge sind aus drei Quellen generiert: Tonaufnahmen aus einem Walzwerk in Genua, elektronisches Material, aufgenommen im Studio di fonologia der RAI in Mailand, Tonaufnahmen und vielfältige Interpretationen des Textes durch den gemischten Chor der RAI unter dem Dirigenten Giulio Bertola und durch die Mezzosopranistin Carla Henius. [...]
Vier Episoden folgen ohne Unterbrechung. Der »Coro iniziale« wird vom Chor dominiert, ergänzt um gelegentliche Interpolationen der Singstimme. Die zweite Episode beruht ausschließlich auf Tonbandeinspielungen, die aus Fabrikgeräuschen und den Stimmen der Arbeiter produziert wurden. Der dritte Teil, »Giro di letto«, spielt mit seinem Titel auf die soziale Entfremdung an, welche die Schichtarbeit für die Arbeitenden nach sich zieht. Die Solostimme interagiert mit elektronischen Klängen und den verfremdeten Aufnahmen der Improvisationen von Carla Henius. Im abschließenden Teil (»In tutte la citta« und »Finale«) verbindet sich der live aufgeführte Gesang mit den solistischen und chorischen Stimmen vom Band und mündet in eine Monodie der Solostimme.
In einem 1969 geführten Gespräch mit Hans-Jörg Pauli berichtete Nono von der Wirkung seiner Musik auf ihre Adressaten, die Arbeiter eines Genueser Walzwerkes: »Niemand wunderte sich, ob das noch Musik sei, und niemand meinte, allenfalls ginge solche Musik als Begleitung zu Science-fiction am Fernsehen. Ganz direkt wollten die Arbeiter wissen, wie das komponiert sei, wie aus Fabriklärm und Tarifverträgen Musik werden könne. Sie bezogen, was sie hörten, sofort auf sich. Und dann warfen sie mir vor, die Geräusche in meinem Stück, in >La fabbrica illuminata<, seien bei weitem nicht so stark wie die, die sie gewöhnt seien. Das fiel ihnen auf. Sie sahen ein, dass sie bisher wie Roboter in die Fabrik gegangen waren und ihre Arbeit getan hatten, ohne weiter darüber nachzudenken. Jetzt wurde ihnen, durch den Vergleich, plötzlich bewusst, unter welchen akustischen Bedingungen sie arbeiteten, und sie begannen sich zu überlegen, ob das denn so sein müsse, und ob es nicht eine Möglichkeit gebe, das zu ändern.« (J. Schubbe)

I. Coro iniziale
Fabrik der Toten wird sie genannt
Arbeiter sind ausgesetzt
den Verbrennungen
den Giftgasen
den Mengen von geschmolzenem Stahl
Die Arbeiter sind ausgesetzt
mörderischer Hitze
Acht Stunden Arbeit – Lohn nur für zwei
Die Arbeiter sind ausgesetzt
herumfliegenden Trümmern
„Menschenrechte“ zur Beschleunigung der Produktion
Arbeiter sind ausgesetzt
Unfällen
blendendem Licht
Hochspannungsstrom
Wie viele MENSCH-MINUTEN zum Sterben?


II. Giro del letto

(So bezeichnet man ein Paar, dass aufgrund von Schichtarbeit kaum noch zusammenleben kann.)
Und sie hören nicht auf HÄNDE angreifen
UNBARMHERZIG wie leer die Stunden
Zum KÖRPER
nackt greifen sie
Ziffernblätter Gesichter sie halten nicht ein
Sie starren SIE STARREN unbewegliche Augen Augen Hände
Abends um das Bett
Alle meine Nächte nur trockene Orgasmen
Alle Städte der Toten LEBEN
Wir PROTESTIEREN unaufhörlich
Die Menge wächst, sie spricht vom TOTEN
Sie nennen die Kabine das GRAB
Produktionszeit wird zusammengedrückt
Fabrik wie ein KZ
GETÖTET
III. Finale
Die Morgen werden vergehen
Die Ängste werden verschwinden
Es wird nicht immer so bleiben
Du wirst etwas entdecken


Relato improbable ist als Vorstudie für eine Szene der Oper La ciudad de las mentiras entstanden, die ich zurzeit in Zusammenarbeit mit dem Regisseur Matthias Rebstock für das Teatro Real in Madrid komponiere (UA Juni 2015). Zugrunde liegen vier Erzählungen des uruguayischen Schriftstellers Juan Carlos Onetti (1909-1994), die miteinander verwoben werden. Alle vier Erzählungen, wie die meisten Werke von Onetti, spielen in der erfundenen Provinzstadt Santa María, eine Chiffre für Isolation, soziale Heuchelei und Hoffnungslosigkeit. In jeder Geschichte steht jeweils eine Frau im Mittelpunkt, die sich hartnäckig und kompromisslos durch den Aufbau einer parallelen Identität aus diesem Stillstand rettet: durch Traum, Wahnsinn oder Fiktion. Diese parallelen Identitäten sind letztenendes sehr viel würdiger als die vermeintlich realen. - In einer dieser Erzählungen, El álbum, rückt das Erfinden von Geschichten als existentielle Strategie in den Mittelpunkt und die Begriffe „Wahrheit“ und „Lüge“ werden dadurch umgedreht: ein junger Mann verliebt sich in eine Frau, die Geschichten über fremde Länder und Menschen zauberhaft erzählen kann und entkommt mit ihr zusammen Santa Marías grauer Wirklichkeit. Als sich aber am Ende alle Geschichten als real erweisen, fühlt sich der Junge verraten, wobei die Frau ja „nur“ die Wahrheit erzählt hat. Relato improbable, für Akkordeon und Ensemble, liegt eine dieser Abenteuergeschichten zugrunde. Der konkrete Inhalt der Geschichte (Ein Unwetter auf einem alten Schloss in Schottland) ist für die Komposition nicht ausschlaggebend, sondern eher der Zauber, der sich aus dem Akt des Erzählens selbst entfaltet. Der Solist bzw. Solistin entwickelt dafür ein virtuoses rhythmisches Spiel, in dem der gesprochene Text mit kurzen perkussiven Gesten auf dem Instrument und im Ensemble verwoben wird. Durch das schnelle Tempo und die pulsierende Metrik entwickelt dieses Spiel eine sogartige Kraft, die in einem explosionsartigen Höhepunkt kulminiert. Dem folgt ein langer und ebenso hypnotischer Spannungsabbauprozess. (E. Mendoza)


La fabbrica abbandonata
In Nonos Worten schwingt noch viel Hoffnung über die Möglichkeiten von Kunst mit, zur Verbesserung der Welt beizutragen. Auf der anderen Seite des Eisernen Vorhangs wurde in jenen Jahren ein junger Dichter tagtäglich mit den Ergebnissen konfrontiert, die der längst pervertierte Versuch zeitigte, einen Gegenentwurf zur von Nono mit seiner Kunst attackierten kapitalistischen Gesellschaft zu etablieren. 1971 arbeitete Wolfgang Hilbig als Heizer in einem staatseigenen Betrieb seiner sächsischen Heimatstadt Meuselwitz, »einer krummen Stadt aus Dampfrohren, Ruß und gekappten Linden. - Ringsum Abraumhalden, Gehölz und Wind. - Der Vater bei Stalingrad gefallen, das Kind unter Kumpeln aufgewachsen, in der Familie des Großvaters, der aus der Kohle in Schlesien gekommen.« - so Franz Fühmann.
In jenem Jahr schrieb der dreißigjährige Hilbig einen Text, der wie ein Angsttraum wirkt, eine Todesphantasie in sächsischer Industrielandschaft: »Die verlassene Fabrik«. Zu lesen bekam den Text hüben und drüben kaum jemand. Ein erster Band mit Dichtungen Hilbigs erschien erst Ende der 1970er Jahre im S. Fischer-Verlag in Frankfurt am Main, was dem im Osten lebenden Autor, der zwischenzeitlich kurzzeitig verhaftet war, eine Geldstrafe wegen »Devisenvergehens« einbrachte. Es ist vor allem dem unermüdlichen Einsatz Franz Fühmanns zu verdanken, dass dann ab 1980 auch in der DDR von Hilbig Notiz genommen werden konnte. Fühmann sorgte zunächst für die Veröffentlichung einiger Texte in einer Zeitschrift, publizierte 1983 ein eindringliches Plädoyer für den Dichter (»Praxis und Dialektik der Abwesenheit«) und beförderte das Erscheinen eines kleinen Bändchens mit Lyrik und Prosa: »Stimme Stimme«. Der Autor dieser Zeilen erinnert sich noch des enormen Eindrucks, den die hier veröffentlichten Texte auf ihn machten: da waren die Tristesse, Hoffnungslosigkeit und nicht enden wollende Düsternis, welche das Leben immer mehr überschatteten, in einer Sprache von unvergleichlicher imaginativer Kraft artikuliert.
In diesem Band fanden sich auch jene beiden Texte, die Georg Katzer in »La fabbrica abbandonata III« vertonte: »Die verlassene Fabrik« und »Episode«. Von »La fabbrica abbandonata« existierten bereits zwei Fassungen, als wir vor gut einem Jahr an den Komponisten mit dem Wunsch herantraten, eine Version zu erarbeiten, die mit dem für dieses Konzert zur Verfügung stehenden Instrumentarium kompatibel sei. Zu unserer freudigen Überraschung ist nun nicht etwa eine neue Einrichtung des alten Werkes entstanden, sondern Georg Katzer hat eine gänzlich neue Komposition vorgelegt, was auch zeigen mag, wie sehr ihn die Texte faszinieren und zu produktiver Auseinandersetzung provozieren.
»Die verlassene Fabrik« und »Episode« eint ihr Schauplatz: ein Industriegelände, genauer ein Heizungskeller. Erleben wir in der Erzählung, wie das Ich des Erzählers mit dem Gang durch die verlassene Fabrik gleichsam zersetzt und von der Vergangenheit verschluckt wird, imaginiert »Episode« einen magischen Moment, blitzt - vermittelt durch Natur - für Momente die Ahnung eines utopisch Anderen auf. [...]
(J. Schubbe, Programmhefttext zur Uraufführung am 16. Mai 2011 im Konzerthaus Berlin)


Guai ai gelidi mostri
Wehe den kalten Ungeheuern geht auf eine Zusammenstellung von Textfragmenten zurück, die Massimo Cacciari aus Texten von Friedrich Nietzsche, Lucrez, Ezra Pound, Franz Rosenzweig, Gottfried Benn, Carlo Michelstaedter, Rainer Maria Rilke und Ovid vornahm. Der der Partitur vorangestellte Text Nonos, der eine Fülle von Anspielungen und Hinweise auf das Klanggeschehen enthält, führt in den gedanklichen Kontext u.a. Emilio Vedova und dessen Zyklus über den Karneval von Venedig ein. Der Komponist schreibt: „andere Zeichen, anderer Stoff, andere Farben, andere Augen, andere Ohren, die seinen! Mehr aufgerissen zum Empfang als eine Radiostation, sensibler als ein Computer, um sich 'aufzuladen' und 'auszuarbeiten‘.“ Etwas später heißt es: „Wehe den kalten Ungeheuern: ein anderes Abenteuer, von uns, von Cacciari, von Vedova, von Haller, von mir, am offenen Meer bis zu Prometheus.“ Mit diesem seinen vorangestellten Text abschließenden Satz umreißt Nono die zur Entstehungszeit von Guai ai gelidi mostri aktuelle ästhetische Situation sehr detailliert. Mit dem Philosophen Cacciari, in mehreren Wahlperioden bis 2010 Bürgermeister Venedigs, hatte Nono bereits mehrfach bei der Auswahl von Texten zusammengearbeitet, wobei sich eine Vorgehensweise entwickelte, in der zuerst von Nono geäußerte inhaltliche Vorstellungen im Verlauf einer Themenentwicklung von Cacciari mit Textkompilationen gewissermaßen ausgeführt und in umfassendere gedankliche Kontexte gestellt werden konnten. Dieser sich in mehrfachem Austausch fortschreibende Prozess ist in den Skizzen zu Guai ai gelidi mostri beobachtbar. Dort findet sich auch als erstes Material zu diesem Stück eine Postkarte Vedovas an Nono. Sie zeigt Bellinis Darstellung der Sacra Conversazione, die sich in der venezianischen Kirche San Zaccaria befindet, mit einer schwarzen Übermalung von Vedova. Der Text der Rückseite spricht u.a. von „mostri“. Die schließlich erwähnte „Tragedia dell'ascolto“ Prometeo ist das Hauptwerk jener Jahre, die Skizzen zu beiden Werken finden sich mitunter vermischt auf denselben Blättern. In beiden Werken hat Nono seine Weise, mit Sprachtexten fragmentiert umzugehen, gegenüber der 1960 entstandenen Vokalkomposition Sarà dolce tacere bedeutend erweitert. Er hat dazu etwas aufgegriffen, das ihn an der damals erschienenen neuen Gesamtausgabe der Werke Hölderlins besonders interessierte. Der parallele Abdruck mehrerer Textfassungen unterschiedlicher Entwicklungsstadien desselben Gedichts, zu dem es mitunter keine definitive Endfassung gibt, lieferte ihm das gedankliche Modell für das Springen zwischen verschiedenen Texten, die so mitunter nur mit wenigen Einzelwörtern aufscheinen. Auf diese Weise wird die Textzusammenstellung Cacciaris, die bereits aus Fragmenten besteht, nochmals fragmentiert. Selbst aus der Partitur wäre sie nur erahnbar, wäre nicht die gesamte Ausgangszusammenstellung vor dem eigentlichen Notentext abgedruckt. Ihr zusätzliches Schweifen zwischen den Sprachen läßt es allerdings unwahrscheinlich scheinen, dass diese Ebene umfassend und unmittelbar erfassbar gedacht ist. Aus diesem Grunde erscheint ein Abdruck dieser Texte so verzichtbar, wie Nono sich selbst nach den ersten Aufführungen von Prometeo sich gegen szenische Versionen dieses Werkes wandte, um einer Interpretationen vorzubeugen, die über das unmittelbar Wahrnehmbare hinausgeht. - Mit „Haller“ schließlich spielt Nono auf den langjährigen Leiter des Freiburger Experimentalstudios an, der wesentlich an der technischen Entwicklung beteiligt war, die ein Wandern von Klangereignissen im Raum auf der Grundlage elektronischer Manipulationen erlaubt, wie es in der Partitur von Guai ai gelidi mostri in differenzierter Weise verlangt wird. (G. Müller-Goldboom)



Biographien
Eva Zwedberg wurde in Stockholm geboren. Sie studierte an der Hochschule für Musik und Theater in Göteborg. Es folgten Engagements an Opernhäusern in Schweden, der Schweiz und Deutschland. Mozart-Partien wie Fiordiligi in „Cosi fan tutte“, Donna Anna in „Don Giovanni“, Gräfin in „Figaros Hochzeit“, Konstanze in „Die Entführung aus dem Serail“ gehörten u.a. zu ihrem Repertoire. Die Rolle der Frieda in „Das Schloss“ von A. Reimann führte sie an die Deutsche Oper Berlin sowie an die Staatsoper München. Eva Zwedberg arbeitet heute hauptsächlich als Gesangslehrerin und Vocal Coach für professionelle Sänger und Sängerinnen, außerdem ist sie Dozentin an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock. Seit 2012 ist sie Ensemblemitglied des Solistenensembles Phønix16.

Die in Berlin geborene Mezzosopranistin
Katharina Thomas studierte nach ihrem Klavierstudium (UdK Berlin und Rubin Academy for Music and Dance Jerusalem, Israel) Gesang bei T. Quasthoff, J. Williams und W. Rieger (Interpretation Lied) an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin. Ihr Repertoire reicht vom Barock bis zur zeitgenössischen Musik. So schloss sie ihr Masterstudium mit der Solo-Kantate „Phaedra“ von B. Britten beim Abschlusskonzert des Festivals „Berlin feiert Britten“ ab, trat bei den Bachwochen mit der Gächinger Kantorei in Stuttgart unter der Leitung von Helmut Rilling auf und sang im Konzerthaus Berlin mit Mitgliedern des Konzerthausorchesters Hindemiths Des Todes Tod. 2013 gab sie ihr Debut in der Deutschen Oper mit den Neuen Szenen in der Rolle der Masha. In diesem Jahr sang sie u.a. die Sorceress in Dido and Aeneas im Radialsystem Berlin.

Ulrike Jahn ist seit 2012 Sängerin im Rundfunkchor Berlin. In der Spielzeit 2011/12 war sie als Chorsolistin an der Komischen Oper Berlin engagiert. Die gebürtige Thüringerin arbeitete zunächst als Gymnasiallehrerin, bevor sie sich endgültig für den Sängerberuf entschied. Seitdem ist sie deutschlandweit als Konzertsängerin und Gesangspädagogin tätig. Konzertreisen mit verschiedenen Ensembles führten sie durch Europa und nach Brasilien, Japan und Singapur. 2009 war sie mit mehreren Uraufführungen zum renommierten Soundways-Festival in St. Petersburg eingeladen. Ihr besonderes Engagement gilt neben Oper und Oratorium dem Lied des 20. und 21. Jahrhunderts.

Christine Paté, in Lyon geboren, erhielt neben Ihrem Klavier- und Violinunterricht am „Conservatoire National“ ihrer Heimatstadt eine umfassende musikalische Ausbildung. Als mehrfach erste Preisträgerin zahlreicher Wettbewerbe mit den Instrumenten Akkordeon und Klavier spielte sie 1982 ihr Debüt als Klaviersolistin mit dem „Orchestre National de France“ in Paris. Immer mehr fühlte sie sich dem Akkordeon verpflichtet und setzte in den Jahren von 1990-1993 ihre Studien bei Prof. Hugo Noth fort. Christine Paté konzertiert international solistisch sowie als Kammermusikerin in den unterschiedlichsten Besetzungen, mit besonderer Intensität widmet sie sich der Literatur der Neuen Musik. Oft in engster Zusammenarbeit mit den Komponisten, ließ sie in Europa, Asien und Amerika bisher mehr als siebzig Uraufführungen erklingen.

Der MUSIKER Christian Steyer komponiert seit 1972 für viele Kinofilme, darunter auch viele Kinderfilme. Ebenso schreibt er die Musik für zahlreiche Fernsehproduktionen (»Tatort«, »Polizeiruf 110«) und vertonte vor 1990 viele – im Osten Deutschlands inzwischen legendäre – Litera-Märchenhörspiele. Als SCHAUSPIELER machte sich Christian Steyer in einer Vielzahl von Kino- und Fernsehfilmen einen Namen. Populär wurde er schon Anfang der 70er Jahre durch Rollen in »Die Legende von Paul und Paula« und »Für die Liebe noch zu mager?«. Der SPRECHER Christian Steyer feiert seinen bisher größten Erfolg immer freitags um 19:50 Uhr in der MDR-Fernseh-Serie »Elefant, Tiger & Co.«, dem Original der vielfach kopierten Zoo-Doku-Serie mit mehreren Millionen Zuschauern. Seine unabhängig davon entstandenen Tiergedichte »Vom kleinen Storch der Vater«, die Christian Steyer auf der beiliegenden CD selbst liest, erschienen 2007.

Andre Bartetzki stammt aus Berlin. Dort absolvierte er ein Tonmeisterstudium an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler", wo er bereits während des Studiums das Studio für elektro-akustische Musik aufbaute. 1999 -2004 lehrte er am elektronischen Studio der Weimarer Musikhochschule und an der Bauhaus-Universität Weimar. Darüberhinaus gab er Kurse zur Klangsynthese und algorithmischer Komposition an Hochschulen in Deutschland sowie in Bukarest und Prag. Neben seiner Lehrtätigkeit arbeitet er als Programmierer, Sounddesigner und Toningenieur für zahlreiche Klangkünstler, Komponisten, Solisten und Ensembles. Darüberhinaus ist er mit eigenen Video- und Klanginstallationen international erfolgreich.

Andrea Pestalozza wurde in Mailand geboren und war zunächst als Pianist und Schlagzeuger aktiv. Seine Karriere als Dirigent begann er bei dem von ihm begründeten Ensemble Orfeo. Auf Einladung des Komponisten dirigierte er bald darauf Werke von Luciano Berio beim Orchestre National de France. Sein Repertoire reicht von Bach bis zur zeitgenössischen Musik. Eine besonders enge Beziehung besteht seit 1990 zu György Kurtág, ebenso ist er ein leidenschaftlicher Interpret der Werke Toshio Hosokawas. Mit dem ensemble unitedberlin hat Andrea Pestalozza schon mehrfach zusammengearbeitet, zuletzt in einer Aufführung von Michael Jarrells Kassandra mit Anna Clementi zur MaerzMusik 2013.