Programmhefttext von Horst A. Scholz:

Komponistenportrait Michael Jarrell
Montag, 04.07.2016
20.00 Uhr Werner-Otto-Saal

ensemble unitedberlin
Vladimir Jurowski
, Dirigent
Yoriko Ikeya, Klavier
Matthias Bauer, Kontrabass

„Für mich hat Komponieren auch damit zu tun, dass man sich als Mensch zu öffnen und weiterzubilden versucht.“
Michael Jarrell


Michael Jarrell (*1958)
„Modifications" für Klavier und Ensemble
„Droben schmettert ein greller Stein“ für Kontrabass, Ensemble und Elektronik
„Music for a While“ für Ensemble

Mit Unterstützung von
Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung
Konzert ohne Pause

„Musik ist …
… für mich ein Wechselwirken von zwei Elementen: des akustischen Materials und der geistigen Idee. Sie ist sowohl ein Mittel des Ausdrucks als auch ein Handwerk, das auf eine tägliche Arbeit angewiesen ist.“ Es mag nicht zuletzt die ganz eigene Mischung aus hellwacher Klangneugier und handwerklicher Fundierung sein, die Michael Jarrell zu einem der interessantesten Komponisten der Gegenwart macht. 1958 in Genf geboren, studierte Jarrell Komposition bei Eric Gaudibert in seiner Heimatstadt, besuchte Meisterkurse in Tanglewood und vervollkommnete seine Ausbildung bei Klaus Huber in Freiburg. Zwischen 1986 und 1988 hospitierte er beim IRCAM in Paris, wurde ein Jahr später Gast der Villa Medici in Rom und anschließend, 1989/90, Mitglied des Istituto Svizzero in Rom.
Das Schaffen des Komponisten, der auch Bildende Kunst studierte, ist von der wechselseitigen Beziehung dieser beiden Disziplinen geprägt: Sowohl die Musik Edgar Varèses als auch die Kunst Alberto Giacomettis haben ihn stark beeinflusst. Charakteristisch für Michael Jarrells Arbeitsweise ist so auch die Verbindung zwischen kompositorischem Schaffen und visuellem Denken: Seine „Assonances“ etwa, an denen er seit 1983 bis heute arbeitet, präsentieren sich wie ein Skizzenbuch. In „Congruences“ (1989), seinem ersten großen Werk für Elektronik, ließ sich der Komponist wiederum von räumlich-geometrischen Begriffen wie Ebene, Perspektive, Anamorphose oder Figur inspirieren, die er musikalisch ins Zeitliche übertrug.
Manche Aspekte von Jarrells Schaffen – wie die Transparenz der Klangtexturen, ein gewisser Purismus in der Aufbereitung des Materials, die Originalität der Harmonik – lassen eine Nähe zum Klangverständnis vieler französischer Komponisten erkennen. Zu den Kompositionen der letzten Jahre zählen „La Chambre aux échos“ von 2010, das er aus Anlass des 85. Geburtstages von Pierre Boulez für das Ensemble intercontemporain komponierte, und „…Ombres…“ für Orchester von 2011. 2012 wurde sein Jean-Guihen Queyras gewidmetes Cello-Konzert „Émergences (Nachlese VI)“ in Salt Lake City und Lyon, sowie der Liederzyklus „Nachlese Vb“ in Genf und New York uraufgeführt. Es folgte im Jahr 2013 sein Monodram „Siegfried, nocturne“ (für Männerstimme und Ensemble) beim Wagner Geneva Festival, sowie im Januar 2014 die Uraufführung seines Klavierkonzertes „Reflets“ durch Nicolas Hodges. In der Saison 2014/15 führte das Arditti Quartett sowohl mit den Bamberger Symphonikern als auch mit dem Luzerner Sinfonieorchester ein neues Konzert für Streichquartett und Orchester auf. Auch Bühnenwerke sind für seine kompositorische Tätigkeit von besonderer Bedeutung: so schuf er das 1994 das Monodram „Cassandre“ nach Christa Wolf und 2006 die Oper „Galilei“ nach Bertolt Brecht. 2010 wurde das Musiktheaterstück „Le Père“ nach Heiner Müller bei den Schwetzinger SWR Festspielen aus der Taufe gehoben.

KURZ NOTIERT
„Wenn ich komponiere“, sagt Michael Jarrell, „bin ich mit einer Reihe von Entscheidungen konfrontiert, die unverzüglich Auswirkungen auf die Ereignisfolge oder den Formverlauf haben: Ist die Wahl getroffen, gibt es keinen Weg zurück. In dieser Hinsicht ähnelt der Kompositionsprozess einem Baum – ein Motiv, eine ‚Gestalt‘ kann eine unter vielen Möglichkeiten entfalten.“
Michael Jarrell wurde mit zahlreichen Preise ausgezeichnet, darunter der Prix Acanthes (1983), der Beethovenpreis der Stadt Bonn (1986), der Prix Marescotti (1986) und der Siemens-Förderpreis (1990). 2004 wurde er in der Schweiz zum Chevalier des Arts et Lettres ernannt. Seit 1993 ist er Professor für Komposition in Wien, seit 2004 in Genf. Im Studienjahr 2015/16 war Michael Jarrell Fellow am Wissenschaftskolleg Berlin, wo er an mehreren neuen Kompositionen arbeitete: ein Violinkonzert für den Geiger Ilya Gringolts, ein Oboenkonzert für François Leleux sowie ein Bratschenkonzert für Tabea Zimmermann, die es am 30. Juni 2017 mit dem Konzerthausorchester Berlin unter Leitung von Mario Venzago zur Deutschen Erstaufführung bringen wird.
Auf dem Programm unseres Komponistenportraits stehen drei charakteristische Instrumentalwerke Michael Jarrells, die in sehr unterschiedlicher Weise auf sehr unterschiedliche Texte reagieren – bildet doch auch die Literatur einen wichtigen Fundus seiner Inspiration.

„Modifications“
ENTSTEHUNG 1987 URAUFFÜHRUNG 1. Oktober 1987, Strasbourg (Ensemble Contrechamps, Klavier: Claude Helffer, Leitung: Arturo Tamayo) BESETZUNG Klavier, Klarinette (auch Bassklarinette), Fagott, Horn, Violine, Viola, Violoncello DAUER ca. 15 Minuten
Eine Zugreise, an deren Ende alles anders ist als geplant – mit dem Ergebnis, das alles bleibt, wie es ist: Der Mann, der von Paris nach Rom fährt, um seine römische Geliebte nach Paris zu holen und seine Ehefrau endgültig zu verlassen, wird diese Absicht bei seiner Ankunft in Rom gründlich verworfen haben. Auf welch verschlungenen Pfaden es zu dieser überraschenden Entscheidung kommt, davon handelt der in der 2.(!) Person Singular erzählte Roman „La Modification“ (1957, dt. Titel: „Paris – Rom oder Die Modifikation“) des französischen Schriftstellers Michel Butor (geb. 1926). Michael Jarrell ließ sich insbesondere vom titelgebenden Prinzip der Modifikation anregen, das eine zentrale Komponente seines subtil vernetzten, prozessualen Komponierens beschreibt und das, wie der Komponist ausführt, in „Modifications“ auf mehreren Ebenen wirksam ist: „‘Modifikation‘ der verschiedenen Zeiten, ‚Modifikation‘ einer Situation im Verhältnis zu einer Konstante, ‚Modifikation‘ dieser Konstante selber, ‚Modifikation‘ des Verlaufs des Soloparts, der sich nach und nach verändert, um sich mehr und mehr in das Ensemble einzugliedern.“
AUFGEHORCHT
„Die Instrumente sind wie Spuren, ein Echo der Glockenklänge“ (des Klaviers) – so lautet in „Modifications“ eine Vortragsanweisung in einer Beruhigungssequenz nach Eruptionen in Klavier und Ensemble.
„In diesem Werk entwerfe ich eine Art Entwicklungszyklus, der auf zwei gegensätzlichen Elementen basiert, die eine gemeinsame, aus Tonwiederholungen gebildete Achse haben. Der Hörer kann somit die Transformationen verfolgen, die vom gehaltenen Ton bis zu Vorhaltbildungen reichen, darunter Triller und verschiedene Arten rascher Figurationen. Diese Elemente überlagern einander gleich zu Beginn des Stücks. Sie dienen ferner als ‚Signale‘, die die verschiedenen Abschnitte des Werks miteinander verbinden. Ein derartiges Werk ist weniger eine kompositorische Studie als vielmehr Ausdruck eines psychoakustischen Phänomens, einer Suche nach einer musikalischen Sprache, die auf für den Hörer nachvollziehbare Formulierungen zielt sowie auf ein ausgewogenes Verhältnis von Sprache und Wahrnehmung […] Mir geht es nicht darum, bei jedem neuen Werk tabula rasa zu machen und bei null anzufangen. Im Gegenteil ist es mir wichtig, mit Elementen zu arbeiten, die ich besser und besser beherrsche, so dass eine Geschmeidigkeit, ein durchgehender Bedeutungsstrang die Werke durchzieht. Künstler wie Giacometti oder Varèse, die unaufhörlich an derselben Idee arbeiteten, faszinieren mich, und so sehe ich meine eigene Entwicklung inzwischen als eine Art von Selbstanalyse.“
„Droben schmettert ein greller Stein“
ENTSTEHUNG 2001 URAUFFÜHRUNG 15. November 2001, Bâle (Ensemble Modern, Kontrabass: Enno Senft, Leitung: Dominique My) BESETZUNG Kontrabass (verstärkt); Flöte (auch Altflöte und Pikkolo), Oboe (auch Englischhorn), Klarinette in B, Bassklarinette, Fagott (auch Kontrafagott), Horn, Trompete in C (auch in D), Posaune (auch Bassposaune), Tuba, Schlagzeug, Harfe, Klavier (auch MIDI-Keyboard), Streicher DAUER ca. 20 Minuten
Der hauptberufliche Postinspektor August Stramm (1874-1915) war mit seinem lyrischen Schaffen, das auf beeindruckende Weise Expressionismus und Moderne verknüpft, einer der kühnsten Köpfe im Umfeld des Ersten Weltkriegs; seine experimentellen, sprachschöpferischen Miniaturen übten Einfluss unter anderem auf Kurt Schwitters, Arno Schmidt und Ernst Jandl aus. 1914 veröffentlichte er das Gedicht „Verzweifelt“, das ein charakteristischer Vertreter seines Stils ist und mit seiner kargen, unbändigen Bildhaftigkeit in Jarrells Arbeit widerhallte; die erste Zeile lieferte einer Komposition für (verstärkten) Kontrabass, Ensemble und Elektronik (vom Pianisten am MIDI-Keyboard gesteuert) aus dem Jahr 2001 den Titel:
Droben schmettert ein greller Stein
Nacht graut Glas
Die Zeiten stehn
Ich
Steine.
Weit
Glast
Du!
„Ich habe“, schrieb Jarrell 2001, „schon immer ein besonderes Faible für tiefe Instrumente gehabt, und in jüngerer Zeit gesellte sich eines für Streichinstrumente hinzu: zuerst für das Cello in ‚Chaque jour n'est qu'une trêve entre deux nuits ... Chaque nuit n'est qu'une trêve entre deux jours ...‘ (1990), dann für die Viola in ‚From the leaves of shadow‘ (1991), die Violine in ‚... prisme / incidences ...‘ (1998) und nun für den Kontrabass. In ‚Bebung‘ (1995) war ich von einem oszillierenden Vibrato auf einem einzelnen Ton ausgegangen; nunmehr steht ein besonderes Klangphänomen am Beginn: das Flageolett-Pizzicato. Ich hatte bereits Gelegenheit, mit ihm in manchen Passagen von „Formes-Fragmente IIb“ (1999) zu experimentieren, in dem diese Spieltechnik mittels elektronischer Filterverfahren (MSP-Filter) transformiert wurde. Die Beschäftigung mit Flageoletts hat mich immer sehr interessiert, vor allem, wenn ich für Violine komponiere. Der Kontrabass ermöglicht eine Erweiterung dieser Studien, denn aufgrund der Länge der Saiten ist das Spektrum der harmonischen Teiltöne extrem groß. Das Instrument ermöglicht auch komplexe Obertoneffekte wie etwa Sweeps oder Klangschatten, vergleichbar dem Einsatz von Multiphonics in ‚Assonance‘ (1983), meinem Stück für Solo-Klarinette. Solche Klangphänomene ermöglichen mir die Entwicklung ‚rhizomatischer‘ Formen, die von einem Element zu einem anderen wechseln, ohne jemals den Faden zu verlieren im Hinblick auf das, was kam, und das, was kommen wird.“
KURZ NOTIERT
„The only Postmodernist I know of was August Stramm, a modernist who worked in a post office.“ („Der einzige postmoderne Künstler, den ich kenne, war August Stramm: ein Moderner, der in einem Postamt arbeitete.“) Heiner Müller antwortete so auf die Frage eines Amerikaners, was postmodernes Theater sei.

„Music for a While“
ENTSTEHUNG 1994/95 URAUFFÜHRUNG 27. September 1995, Abbaye de Royaumont (Klangforum Wien, Leitung: Mark Foster) BESETZUNG Flöte (auch Altflöte und Pikkolo), Klarinette (auch Bassklarinette), Altsaxophon (auch Sopran- und Baritonsaxophon), Horn, Trompete in C (auch in B), Posaune, Schlagzeug, Klavier (auch Celesta), Streicher DAUER ca. 16 Minuten
„Music for a while / Shall all your cares beguile“ („Musik soll eine Weile lang / All eure Sorgen vertreiben“) – so beginnt ein berühmtes Ayre (Lied/Arie) aus Henry Purcells Bühnenmusik zu der Tragödie „Ödipus“ nach Sophokles. Vor düsterem Hintergrund versinnbildlicht das Ende des 17. Jahrhundert entstandene Stück die zauberische Macht der Musik, gehört es doch zu den Gesängen, vermittels derer der Geist von Lajos, Ödipus‘ Vater, aus dem Reich der Toten heraufbeschworen wird (wenn auch nur, auf dass er den tristen Zustand seiner Heimatstadt beklage …). Musikalisch betrachtet, findet dieser Lobgesang an die Macht der Musik über einem unablässig wiederkehrenden Bassthema (Ground oder Basso ostinato) statt – eine Art vokale Chaconne oder Passacaglia also, die sich über einem chromatischen „walking bass“ eine Gesangslinie von betörender, zwischen Dur und Moll changierender Melancholie entfaltet (man denke etwa auch an „When I am laid in earth“, den Klagegesang der Dido aus der Oper „Dido and Aeneas“).
Jarrell komponierte sein gleichnamiges Ensemblestück nach einer einjährigen kompositorischen Schaffenspause, die auf seine Übersiedlung nach Wien folgte; das Werk ist seinem Lehrer Klaus Huber zum 70. Geburtstag gewidmet. „Zunächst“, so Jarrell, „schwebte mir für diese Komposition eine flüchtige Grundstimmung vor: Ich wollte Musik von Momentdauer komponieren, die sich stets neu erfände, sich fortwährend umgestaltete und dabei immer ihren Wurzeln treu bliebe. Ich hatte bereits damit begonnen, das Stück zu schreiben, als ich beschloss, eine Art Prolog hinzuzufügen, der sich direkt auf Purcells Musik bezieht. Hierfür wählte ich die ersten vier Continuo-Takte aus Purcells Ayre und transformierte sie. Nach und nach wurde dieses Fragment zur Grundlage für ‚Music for a While‘.“
In schemenhafter Gestalt öffnet Purcells Bassmotiv den Vorhang, wird alsbald in die für Jarrell so charakteristischen Tonrepetitionen verflüssigt, verdichtet sich akkordisch, um dann wieder in Tonwiederholungen auszupulsieren. Jarrell transformiert Harmonien, Rhythmen und Texturen, streut akkordische Passagen von verwehter Homophonie ein, verwandelt den Charakter mal im Großen, mal in der Fokussierung auf Themenfragmente, um in einem langsamen, vorwiegend von statischen Klangflächen geprägten Mittelteil den Augenblick verweilen zu lassen. Eine Klarinettenkadenz erwirkt schließlich eine freie Reprise des Eingangsteils, die schlussendlich sacht in die Stille diffundiert.
AUFGEHORCHT
„Music for a While“ verklingt mit einem offenen Decrescendo: Die letzten beiden Takte können beliebig oft wiederholt werden, wobei sie immer leiser gespielt werden – „bis an die Grenze des Hörbaren“.

Im Porträt

ensemble unitedberlin
1989 wurde das ensemble unitedberlin gegründet – damals Sinnbild der wiedergewonnenen Verbindung von Musik und Musikern in der lange geteilten Stadt. Gastkonzerte zu Festivals neuer Musik in Europa, Asien und auf beiden amerikanischen Kontinenten begleiten seitdem die Arbeit in Berlin. Jüngstes internationales Engagement waren Konzerte in Südkorea (Oktober 2015).
Das Ensemble präsentiert Aufführungen im Bereich der neuesten Musik sowie der etablierten Ensembleliteratur und zeichnet sich dabei in seinem Profil durch die Realisierung großbesetzter Projekte aus. Zahlreiche der Programme sind in enger Zusammenarbeit mit bedeutenden Komponisten entstanden, unter anderem mit Wolfgang Rihm, Mauricio Kagel, Vinko Globokar, Christian Wolff, Toshio Hosokawa, Helmut Lachenmann und György Kurtág. Die Arbeit des Ensembles dokumentiert sich in mehreren CDs, die unter internationaler Beachtung veröffentlicht wurden. Gemeinsam mit dem international erfolgreichen Dirigenten Vladimir Jurowski als Artistic Advisor ist unitedberlin für diese und die nächste Saison vom Konzerthaus Berlin als Ensemble in Residence eingeladen. Damit schließt sich für Ensemble und Dirigent ein Kreis, der sich bereits vor über 20 Jahren mit gemeinsamen Konzerten und CD-Produktionen zu öffnen begann.


Vladimir Jurowski
wurde in Moskau geboren und studierte in seiner Heimatstadt sowie in Dresden und Berlin bei Rolf Reuter (Dirigieren) und Semion Skigin (Chorleitung). 1995 debütierte er beim Wexford Festival sowie am Royal Opera House Covent Garden. Von 1996 bis 2001 war er Mitglied des Ensembles der Komischen Oper Berlin (1997 Erster Kapellmeister). Bereits seit 1997 zu Festivals und auf international führende Bühnen eingeladen (unter anderem 1999 Debüt an der Metropolitan Opera New York), wurde er 2001 Musikdirektor an der Glyndebourne Festival Opera (bis 2013) und 2003 Erster Gastdirigent beim London Philharmonic Orchestra (2007 Chefdirigent). Das Orchestra of the Age of Enlightenment verlieh ihm den Titel “Principal Artist”, von 2005 bis 2009 war er Erster Gastdirigent beim Russischen Nationalorchester, von 2000 bis 2003 Erster Gastdirigent am Teatro Comunale di Bologna. Mit Beginn der Saison 2017/18 wird Vladimir Jurowski Chefdirigent und künstlerischer Direktor beim Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin. Einladungen führten ihn unter anderem auch zu den Berliner, Wiener, Rotterdamer und Osloer Philharmonikern, zum Royal Concertgebouw Orchestra, zum Gewandhausorchester Leipzig, dem Chamber Orchestra of Europe, der Dresdner Staatskapelle, zum Los Angeles Philharmonic, Pittsburgh Symphony und Philadelphia Orchestra, zum Chicago Symphony und zum Cleveland Orchestra. Er dirigierte an der Mailänder Scala, am Bolschoi Theater in Moskau, an der Semperoper Dresden sowie an Opernhäusern unter anderem in Paris und München. 2015 leitete er auch mehrere Konzerte mit dem Konzerthausorchester Berlin.
2007 wurde er als „Conductor of the Year“ mit dem „Royal Philharmonic Society Music Award“ ausgezeichnet. Vladimir Jurowskis Diskographie umfasst unter anderem alle Brahms-Sinfonien, Mahlers Erste und Zweite, Tschaikowskys Erste, Vierte, Fünfte und Sechste, Zemlinskys „Florentinische Tragödie“ sowie Werke von Rachmaninow, Turnage, Holst, Britten, Vaughan Williams, Schostakowitsch, Honegger, Haydn, Mendelssohn, Schnittke, Meyerbeer, Kancheli und Julian Anderson. Des Weiteren erschienen zahlreiche CD- und DVD-Produktionen mit Opernproduktionen unter seiner musikalischen Leitung.

Yoriko Ikeya
setzte nach dem Abschluss an der Toho-Gakuen Musikhochschule in Tokio ihr Studium an der Hochschule der Künste Berlin bei Erich Andreas, Klaus Hellwig und György Sebok fort, das sie 1987 mit dem Konzertexamen abschloss. Sie ist Preisträgerin verschiedener Wettbewerbe, 1991 erhielt sie den ersten Preis beim Wettbewerb "New Music for New Pianists" in Brüssel. Sie war Solistin mehrerer Sinfonieorchester. Konzertreisen mit Klavier- und Kammermusik führten sie durch ganz Europa und nach Asien. Seit 1988 ist sie Dozentin an der Universität der Künste Berlin. Sie ist Mitglied des modern art ensembles und des ensembles unitedberlin. Sie hat eine Solo-CD mit zeitgenössischer Klaviermusik veröffentlicht ("Berlinisches Tagebuch", Thorofon), außerdem bei zahlreichen weiteren Rundfunk- und CD- Produktionen mitgewirkt.

Matthias Bauer
wurde 1959 in Sonneberg/Thüringen geboren und studierte in Berlin an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Kontrabass. 1980 verließ er die DDR, lebte in Lyon/Frankreich und später in Köln. Seit 1991 wohnt er wieder in Berlin, wo er unter anderem im ensemble unitedberlin und im Ensemble Mosaik spielt. Als Improvisator spielte er neben seinem Soloprogramm für Kontrabass und Stimme mit vielen Musikern der frei improvisierten Musik. Er realisierte Bühnenmusikern, arbeitet mit Komponisten wie Georg Katzer, Helmut Zapf und Helmut Oehring zusammen und nahm an zahlreichen Festivals (unter anderem MaerzMusik Berlin, Musica Viva München, Biennale Venedig, Nuovaconsonanza Rom, Wien Modern, Total Music Meeting Berlin) und mehreren CD-Produktionen teil.