25. Februar 2016, 20.00 Uhr
Konzerthaus Berlin, Werner-Otto-Saal

Schwerpunkt Frankreich im Konzerthaus

ENSEMBLE IN RESIDENCE
VLADIMIR JUROWSKI, Artistic Advisor


Künstler, darunter Komponisten aus Frankreich, die in Berlin leben, kann man in vielen Fällen durchaus als die Hugenotten von heute bezeichnen - oft sind es typisch französisch geprägte Verhältnisse, z.B. die des in vielerlei Hinsicht zentralistisch geführten öffentlichen Lebens (ob durch Institutionen oder durch Einzelpersönlichkeiten ...), die sie „flüchten“ lassen. Insofern liegt es nah, Fabien Lévy in unserem Programm zu präsentieren, der mit seinem Querwüchsig auf diese Situation anspielt; es beschreibt die Gefühlslage von Zerrissenheit zwischen zwei Orten „Denn darin bewegen sich wilde, zerzauste thematische Zellen auf äußerst heftige Weise von einem Teil zum nächsten“ (Fabien Lévy).

Bruno Mantovani, offensichtlich ein Multitalent (neben seiner Eigenschaft als compositeur aktuell auch directeur du Conservatoire National Supérieur de Musique et de Danse de Paris, producteur d'une émission radiophonique hebdomadaire und außerdem chef d'orchestre) hat mit
Troisième Round ein Konzert für Saxophon und Ensemble geschaffen, das nach Aussage des Komponisten in enger Zusammenarbeit mit dem Solisten der Uraufführung (Vincent David) entstanden ist und mit Sicherheit auch dessen Handschrift in technischen Aspekten trägt.

Der kürzlich verstorbene Altmeister Pierre Boulez (lebte ebenfalls zu großen Teilen des Jahres nicht in Frankreich, sondern in Deutschland …) ist mit seinem Dérive 2, einem seiner work in progress vertreten, das nun in dieser großen Form zu seinem Abschluss gekommen ist.



Konzeption: Andreas Bräutigam

Programmhefttext