Programmhefttext von Horst A. Scholz:

Donnerstag, 25.02.2016
20.00 Uhr Kleiner Saal
ensemble unitedberlin
Vladimir Jurowski Dirigent
Christoph Enzel Saxophon

Ce Festival France, au prestigieux Konzerthaus de Berlin, sur le Gendarmenmarkt, entre Französischer Dom et Deutscher Dom, témoigne de la richesse de nos échanges et de la profondeur de notre amitié.
Dieses Frankreich-Festival, im angesehenen Konzerthaus Berlin am Gendarmenmarkt, zwischen dem Französischem und dem Deutschen Dom, bezeugt die Fülle des Austausches und die Tiefe unserer Freundschaft.
Philippe Étienne, Französischer Botschafter und Schirmherr des Festivals Frankreich

Fabien Lévy (*1968) "Querwüchsig" für ein Ensemble von 13 Musikern
Bruno Mantovani (*1974) "Troisième round" für Saxophon und Ensemble
Pause

Pierre Boulez (1925 – 2016) "Dérive 2" für elf Instrumente


Bildersturm, „clarté“ & Klangrausch
„Die Tendenzen der jungen französischen Schule sind vielfach und verschieden, aber nach einem heftigen revolutionären Drang kann man […] ein Bedürfnis nach Ruhe und Ordnung beobachten. […] Es ist nicht unmöglich, dass ein neuer Klassizismus seine Herrschaft begründet auf den Ruinen der Ikonoklasten, vorausgesetzt, dass dieser die Errungenschaften der letzteren auszunützen weiß.“
Mit diesen etwas mysteriösen Worten beschloss Henry Prunières seinen Überblick über die französische Musik der damaligen Moderne in Guido Adlers 1929 erschienenem „Handbuch der Musikgeschichte“ (erweiterte 2. Auflage). Heute, nach Impressionismus, Neoklassizismus und der quirligen Antiromantik der „Groupe des Six“, nach Olivier Messiaens archaisch-innovativen Klangvisionen und Boulez‘ Synthese von seriellem Konstruktivismus und sinnlicher Klanglichkeit, die in der Spektralmusik eines Tristan Murail oder Gérard Grisey, gleichsam im Rückgriff auf und in Erweiterung von Debussys Farbenpalette eine Neuakzentuierung erfuhr, nach der Musique concrète mit ihrer Indienstnahme lebensweltlicher Klänge und der elektronischen Musik mit ihrer Produktion gänzlich künstlicher – nach all diesen Stilen und Strömungen also lässt sich heute konstatieren, dass die französische Musik immer noch ein so spannender wie fruchtbarer Umschlagplatz zeitgenössischen Musikdenkens ist, immer noch „vielfach und verschieden“, wie Prunières seinerzeit notierte, immer noch irgendwo zwischen Bildersturm, „clarté“ und Klangrausch, aber glücklicherweise ohne allzu ausgeprägtes Ruhe- oder Klassizismusbedürfnis.

„Querwüchsig“
Entstehung 2006 (rev. 2009/2011/2015)
Uraufführung 20. März 2007, Chalon sur Saone (Ensemble XXI)
Besetzung Flöte, Oboe, Klarinette in B, Fagott, Trompete, Posaune, Harfe, Klavier, 2 Schlagzeuger, Violine, Viola, Violoncello
Dauer ca. 12 Minuten

Man könnte auch sagen: die französische Musik ist immer noch „querwüchsig“ … Der Titel von Fabien Lévys Ensemblekomposition aus dem Jahr 2006 ist hierfür, vor allem aber natürlich sich selber Programm. „‚Querwüchsig‘“, so Lévy, „ist ein Neologismus, gebildet aus den Wörtern ‚Quer‘ und ‚Wuchs/Wüchsig‘; man meint, darin die Worte ‚Urwüchsig‘ oder ‚Wildwuchs‘ zu vernehmen. Zum Teil verdankt das Stück seinen Titel der Tatsache, dass es sehr schnell fertig wurde – und das trotz einer chaotischen Zeit, in der es entstanden ist (während meines Umzugs von Berlin nach New York) – und ebenso natürlich der Musik selbst. Denn darin bewegen sich wilde, zerzauste thematische Zellen auf äußerst heftige Weise von einem Teil zum nächsten, gesetzt in einer Kompositionstechnik, zu der ich durch die ‚cross-rhythms‘ der zentralafrikanischen Polyphonie angeregt wurde, die ich über viele Jahre hinweg weiterentwickelt und auf jeden musikalischen Parameter ausgedehnt habe.“
AUFGEHORCHT
Fabien Lévy lässt die Streicher verschiedentlich mit einem metallenen Dämpfer spielen, der die Lautstärke erheblich stärker reduziert als dies der übliche Dämpfer aus Ebenholz oder Kunststoff tut. Weil er gern beim Üben in hellhörigen Räumen Verwendung findet, wird er „Hoteldämpfer“ genannt.
Fabien Lévy studierte Komposition bei Gérard Grisey am Conservatoire National Supérieur de Musique in Paris und promovierte parallel dazu über die Diskrepanz zwischen analytischer und Wahrnehmungs-Komplexität von Musik. 1998 bis 2001 arbeitete er am (1969 von Pierre Boulez initiierten) Institut de Recherche et Coordination Acoustique/Musique (Forschungsinstitut für Akustik/Musik, IRCAM) und unterrichtete am Musikwissenschaftlichen Institut der Sorbonne. 2004-06 unterrichtete er Orchestration an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin, 2006-12 war er Professor für Komposition an der Columbia University in New York, bevor er Ende 2012 zum Professor für Komposition an die Hochschule für Musik Detmold berufen wurde. Seine Werke werden international von bedeutenden Solisten und Ensembles aufgeführt, darunter Jean-Guihen Queyras, das Ensemble Recherche, 2E2M, die Neuen Vocalsolisten Stuttgart, das Ensemble Modern, das Tokyo Philharmonic Orchestra und das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin. Im Rahmen des Künstlerprogramms des DAAD war Lévy 2001 zu Gast in Berlin, und, als Preisträger des französischen Prix de Rome, 2002/03 in der Villa Medici in Rom. 2004 wurde er mit dem Förderpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung, 2014 mit dem Chevalier de l'Ordre des Arts et des Lettres ausgezeichnet.

"Troisième round"
Entstehung 2001
Uraufführung 17. Oktober 2001, Rouen (Vincent David/Ensemble TM+/ Laurent Cuniot)
Besetzung Flöte, Oboe, Klarinette in B, Fagott, Horn in F, Schlagzeug, Klavier, Harfe, Violine, Viola, Violoncello, Kontrabass
Dauer ca. 19 Minuten

Auch wenn es nicht unter den dreizehn Instrumenten von Lévys Ensemble zu finden ist, so hat er doch mehrere Werke für und mit Saxophon komponiert. Kein Wunder – ist das Saxophon doch so etwas wie das „Französischhorn“ (oder besser: die „Französischklarinette“) in der großen Orchesterfamilie: Von dem Belgier Adolphe Sax erfunden, trat es erst nach dessen Übersiedlung nach Paris seine Erfolgsgeschichte an. Doch obgleich es die Musik für Bläser nachhaltig und den Jazz entscheidend prägte, wurde es – anders als das Englischhorn – im Sinfonieorchester nie richtig heimisch. Zu den vordersten Anhängern seiner so charakteristischen, von Puristen einst als sündig und lasziv verteufelten Klangfarbe gehören indes auch hier namentlich französische Komponisten wie Georges Bizet („L’Arlésienne“-Suiten) und Maurice Ravel (Boléro).
Als Soloinstrument begegnet es dagegen häufiger, wie etwa in Bruno Mantovanis „Troisème round“ (Dritte Runde) für Saxophon und Ensemble, die 2001 für das Festival Octobre en Normandie komponiert wurde (und in einer Zeit, da – wie Enno Poppe einmal treffend bemerkt hat – die Ensemblekomposition gleichsam das Erbe der guten alten Sinfonie angetreten hat, gewissermaßen die Funktion des virtuosen Solokonzerts vertritt). An diesem Werk hat Mantovani einmal das Verhältnis von Komponist und Musiker grundsätzlich bestimmt: „Was ist die Rolle des Interpreten bei der Entstehung eines Werkes? Auf diese Frage scheint es eine einfache Antwort zu geben: Er ist derjenige, der das Werk zum Leben erweckt und den Gedanken seines Urhebers auf der Bühne Gestalt gibt. Er kommt daher üblicherweise dann ins Spiel, wenn die Partitur niedergeschrieben wird oder sich in der Ausarbeitung befindet (zum Beispiel, um den Komponisten in spieltechnischen Dingen zu beraten). Was mich betrifft, so kommt dem Interpreten eine bedeutendere Rolle zu; er ist mehr als ein einfacher ‚Mitwirkender‘: Er steht am Anfang des Projekts, noch bevor man von eigentlicher ‚Kompositionsarbeit‘ sprechen kann. Tatsächlich gehört die Aussicht, mit diesem Sänger oder jenem Dirigenten zusammenzuarbeiten, für mich zu den wichtigsten Motivationen in meinem ansonsten recht einsamen Beruf.“

In „Troisième round“ hatte Mantovani ihm seit längerem eng verbundene Musiker im Sinn: das Ensemble TM+, den Dirigenten Laurent Cuniot und den Saxophonisten Vincent David – „für mich“, so Mantovani, „die wahre Inkarnation des Saxophons“. Das Werk ist denn auch hochvirtuos angelegt; seine „große rhythmische Mobilität“ basiert, so Mantovani, „auf unablässigem Puls- und Tempowechsel. Als (natürlich vorläufiger!) Abschluss meiner Erkundungen populärmusikalischer Querverweise in ‚gelehrtem‘ Kontext ist dieses Werk vielfach vom Jazz inspiriert – insbesondere in seinem letzten Teil, in dem das Ensemble auf homorhythmische und synkopierte Weise behandelt wird. Zwölf Instrumente umgeben das Saxophon (der Solist spielt nacheinander Tenor-, Alt-, Sopran- und Baritonsaxophon) und fungieren als ein mitunter von elektroakustischen Prozeduren inspirierter Verstärker (Nachhall, Echo …). In formaler Hinsicht stehen kontrastierende Episoden einander gegenüber, von denen manche wiederkehren und eine Dramaturgie praktisch ununterbrochener Spannungssteigerung artikulieren.“
KURZ NOTIERT
„Bestimmte pseudoromantische italienische Lieder: Die sind von absoluter Dämlichkeit, aber in ihrer Naivität so bezaubernd, dass sie eine echte Schwäche von mir sind. (Hier spricht meine spätpubertäre Seite.)“ (Bruno Mantovani auf die Frage: „Bei welcher Musik werden Sie schwach?“ (11 Fragen an Bruno Mantovani, neue musikzeitung, 2009)
Bruno Mantovani studierte Komposition am Pariser Conservatoire und gleichzeitig Musikwissenschaft an der Universität von Rouen; es folgten weiterführende Studien unter anderem am IRCAM in den Jahren 1998/99. 1997 erhielt er ein Kompositionsstipendium der Académie des Beaux-Arts, 1999 ein Stipendium der Fondation Nadia et Lili Boulanger. Zahlreiche weitere Preise und Auszeichnungen folgten, unter anderem 2004/05 ein Aufenthalt in der Villa Medici in Rom. Er arbeitet mit bedeutenden Musikern wie Barbara Hendricks, Paul Meyer, Emmanuel Pahud, Péter Eötvös, Jonathan Nott, dem Ensemble Intercontemporain und TM+ zusammen. Seit 2010 ist er Direktor des Pariser Conservatoire – was ihn zum Nachfolger etwa von Luigi Cherubini, Ambroise Thomas und Gabriel Fauré macht.

"Dérive 2"
Entstehung 1988-2006/2009
Uraufführung der Erstfassung 21. Juni 1990, Mailand (Ensemble Intercontemporain/Pierre Boulez)
Besetzung Englischhorn, Klarinette in A, Fagott, Horn in F, Marimbaphon, Vibraphon, Harfe, Klavier, Violine, Viola, Violoncello
Dauer ca. 45 Minuten

Der im Januar 2016 im Alter von 90 Jahren verstorbene Messiaen-Schüler Pierre Boulez war nicht nur einer der wichtigsten Komponisten Frankreichs, sondern zweifellos einer der bedeutendsten Komponisten und Impulsgeber der Nachkriegszeit überhaupt. In Werken wie dem von Strawinsky ebenso wie von Ligeti bewunderten „Le marteau sans maître“ (1955/57) verknüpfte er die Konstruktivität der Zweiten Wiener Schule mit dem Klangfarbendenken der französischen Tradition. Sein kompositorisches Schaffen wird dabei bestimmt von Werken, die gewissermaßen keine sind: Zumeist nicht wirklich abgeschlossen, generieren sie fortwährend Derivate (Ableitungen), Eigenkommentare, Neuinterpretationen, Permutationen, Transformationen, Weiterentwicklungen, Hypertexte – kurz: ein engmaschiges Gewebe nicht-linearer, querwüchsiger Referenzen. So auch im Fall von „Dérive 2“, das – seinerseits Elliott Carter zum 80. Geburtstag gewidmet – auf ein Geschenk zum 70. Geburtstag des bedeutenden Neue-Musik-Mäzens Paul Sacher im Jahr 1977 zurückgeht: „Messagesquisses“ für Violoncello solo und sechs Violoncelli. Die hier verwendete Tonbuchstaben-Chiffre (E)S-A-C-H-E-R(E – ‚re‘ ist das ital./frz. ‚d‘) hat ihn in unterschiedlichen Ableitungen zu einer Reihe von Werken inspiriert, unter anderem in „Répons“ für sechs Solisten, Ensemble und Live-Elektronik (1981-1984/1985) sowie „Dérive 1“ für sechs Instrumente (1984).
KURZ NOTIERT
„In der Tat kehre ich oft zu älteren Werken zurück“, merkte Pierre Boulez 2010 an, „aber es gibt auch einige Werke, die ich nie wieder anrühren werde – ‚Dérive 2‘ zum Beispiel. Es ist abgeschlossen, weil ich daran schon etliche Jahre arbeitete, um dann eine Art und Weise der Strukturierung […] zu entdecken, die sich von dem, was ich bis zu diesem Zeitpunkt getan hatte, vollkommen unterschied: eine Art narrative Qualität des Werks.“
Auch „Dérive 2“, komponiert in den Jahren 1988 bis 2006 und 2009 abgeschlossen(!), speist sich aus diesen Vorlagen und ist zugleich Ergebnis von Boulez‘ Forschungen zur Periodizität. „Als ich über manche Kompositionen Ligetis nachdachte”, so Boulez, „fühlte ich das Verlangen, mich einer beinahe theoretischen Arbeit über das Problem der Periodizität zu widmen, um systematisch ihre Überlagerungen, ihre Verschiebungen und ihren Austausch zu untersuchen. Und ich konnte rhythmische Phänomene entdecken, die mir vorher nie aufgefallen wären; weder die unabhängigen noch die organisierten.“ In formaler Hinsicht ging es dabei vor allem um eine der Kernfragen im Umfeld der nicht von ungefähr auf hochverdichtete Aphorismen zusammengeschnurrten Zweiten Wiener Schule: Wie lassen sich umfangreichere Formen legitimieren, ohne das verpönte Mittel der (wie auch immer modifizierten) Wiederholung zu strapazieren? In gewisser Hinsicht ergab sich die Antwort von selbst: Die Form nämlich sei, wie Boulez erkannte, ohnehin stärker als der Komponist – zumal im Hinblick auf das, was bis ungefähr zur Mitte des Werkes geschehe. „Hier gibt es“, so Boulez in einem Interview, „strenge rhythmische Formen, kanonische Formen usw. […], die dann mehr und mehr von freien Formen unterbrochen werden. Man spürt: A-B-A-B-A-B-A – es ist immer derselbe Wechsel, wobei die Unterbrechungen anfangs extrem kurz sind. Erst bemerkt man sie kaum, doch dann werden sie immer umfangreicher, bis sie wichtiger werden als der eigentliche Text. Danach werden die Dinge komplizierter […] Erneut erklingen die sehr strengen rhythmischen Strukturen aus der ersten Hälfte; trotz dieser Strenge jedoch sind sie nun freier. So stellt sich eine Art von Balance zwischen den beiden Hälften ein, und es folgt eine lange Coda.“
Mit dem Ausklang dieser Coda wäre die Idee der „Dérives“ freilich noch nicht erschöpft gewesen. Boulez plante noch mindestens ein weiteres „Dérive“, in dem er das Konstruktionsprinzip von „Dérive 1“ weiterentwickeln wollte: „Im Kopf habe ich ‚Dérive 3‘ bereits konzipiert“, sagte er 2010, „und hoffe, mir bleibt die Zeit, es zu beenden.“


Im Porträt
ensemble unitedberlin
1989 wurde das ensemble unitedberlin gegründet – damals Sinnbild der wiedergewonnenen Verbindung von Musik und Musikern in der lange geteilten Stadt. Gastkonzerte zu Festivals neuer Musik in Europa, Asien und auf beiden amerikanischen Kontinenten begleiten seitdem die Arbeit in Berlin. Jüngstes internationales Engagement waren Konzerte in Südkorea (Oktober 2015).
Das Ensemble präsentiert Aufführungen im Bereich der neuesten Musik sowie der etablierten Ensembleliteratur und zeichnet sich dabei in seinem Profil durch die Realisierung großbesetzter Projekte aus. Zahlreiche der Programme sind in enger Zusammenarbeit mit bedeutenden Komponisten entstanden, unter anderem mit Wolfgang Rihm, Mauricio Kagel, Vinko Globokar, Christian Wolff, Toshio Hosokawa, Helmut Lachenmann und György Kurtág. Die Arbeit des Ensembles dokumentiert sich in mehreren CDs, die unter internationaler Beachtung veröffentlicht wurden. Gemeinsam mit dem international erfolgreichen Dirigenten Vladimir Jurowski als Artistic Advisor ist unitedberlin für diese und die nächste Saison vom Konzerthaus Berlin als Ensemble in Residence eingeladen. Damit schließt sich für Ensemble und Dirigent ein Kreis, der sich bereits vor über 20 Jahren mit gemeinsamen Konzerten und CD-Produktionen zu öffnen begann.

Martin Glück Flöte
Antje Thierbach Oboe
Erich Wagner Klarinette
Stefan Siebert Fagott
Renata Bruggaier Horn
Damir Bacikin Trompete
Florian Juncker Posaune
Guillaume Vairet Schlagzeug
Ziv Stein Schlagzeug
Katharina Hanstedt Harfe
Yoriko Ikeya Klavier
Biliana Voutchkova Violine
Jean-Claude Velin Viola
Lea Rahel Bader Violoncello
Matthias Bauer Kontrabass

Vladimir Jurowski
wurde in Moskau geboren und studierte in seiner Heimatstadt sowie in Dresden und Berlin bei Rolf Reuter (Dirigieren) und Semion Skigin (Chorleitung). 1995 debütierte er beim Wexford Festival sowie am Royal Opera House Covent Garden. Von 1996 bis 2001 war er Mitglied des Ensembles der Komischen Oper Berlin (1997 Erster Kapellmeister). Bereits seit 1997 zu Festivals und auf international führende Bühnen eingeladen (unter anderem 1999 Debüt an der Metropolitan Opera New York), wurde er 2001 Musikdirektor an der Glyndebourne Festival Opera (bis 2013) und 2003 Erster Gastdirigent beim London Philharmonic Orchestra (2007 Chefdirigent). Das Orchestra of the Age of Enlightenment verlieh ihm den Titel “Principal Artist”, von 2005 bis 2009 war er Erster Gastdirigent beim Russischen Nationalorchester, von 2000 bis 2003 Erster Gastdirigent am Teatro Comunale die Bologna. Mit Beginn der Saison 2017/18 wird Vladimir Jurowski Chedfirigent und künstlerischer Direktor beim Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin. Einladungen führten ihn unter anderem auch zu den Berliner, Wiener, Rotterdamer und Osloer Philharmonikern, zum Royal Concertgebouw Orchestra, zum Gewandhausorchester Leipzig, dem Chamber Orchestra of Europe, der Dresdner Staatskapelle, zum Los Angeles Philharmonic, Pittsburgh Symphony und Philadelphia Orchestra, zum Chicago Symphony und zum Cleveland Orchestra. Er dirigierter an der Mailänder Scala, am Bolschoi Theater in Moskau, an der Semperoper Dresden sowie an Opernhäusern unter anderem in Paris und München. 2015 leitete er auch mehrere Konzerte mit dem Konzerthausorchester Berlin.
2007 wurde er als „Conductor of the Year“ mit dem „Royal Philharmonic Society Music Award“ ausgezeichnet. Vladimir Jurowskis Diskographie umfasst unter anderem alle Brahms-Sinfonien, Mahlers Erste und Zweite, Tschaikowskys Erste, Vierte, Fünfte und Sechste, Zemlinskys „Florentinische Tragödie“ sowie Werke von Rachmaninow, Turnage, Holst, Britten, Vaughan Williams, Schostakowitsch, Honegger, Haydn, Mendelssohn, Schnittke, Meyerbeer, Kancheli und Julian Anderson. Des Weiteren erschienen zahlreiche CD- und DVD-Produktionen mit Opernproduktionen unter seiner musikalischen Leitung.
Christoph Enzel
ist Tenorsaxophonist des Claire-Obscur-Saxophonquartetts und des Saxophonorchesters Selmer Saxharmonic (Echo-Klassik 2010). Daneben spielt er regelmäßig beim deutsch-französischen Projekt „Hydroglisseur“, den Ensembles Solitude, Tlatsoi, der Sächsischen Bläserphilharmonie und Orchestern wie den Berliner Philharmonikern oder dem MDR-Sinfonieorchester Leipzig. Als Dozent gibt er Kurse für die Jeunesses Musicales und die Deutsche Bläserakademie, als Arrangeur hat er bisher an die einhundert Werke bearbeitet.