Sounds Korean


Myung-Sun Lee - Ritual of Bridge (Darikut)
für Streichtrio (2013 / 2015) neue Version mit Video UA

Seong-Joon Moon 
- Klangschatten III
für Schlagzeug und Tonband (2002)

Seung-Hyuk Lim - Gagi 
für Klavier, Perkussion, Streichtrio, Elektronik (2015)
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Oliver Schneller
 - string space 
für Streichtrio, Elektronik (2005)

Donoung Lee
 - Sound Trail II 
für Streichtrio, Elektronik (2015) 

Andre Bartetzki - insideout - The Incredible Journey of Yoriko, Andreas, Lea Rahel, Jean-Claude and Ziv on a Moebius Strip as seen by Andre at the mixing desk and from various other perspectives“ for piano, percussion, string trio, electronics and projection (2015) 


Myung-Sun Lee - Ritual of Bridge (Darikut) für Streichtrio (2013 / 2015)
In einem "Darikut" - also einem Brückenritual - geht es im weitesten Sinne um eine Verbindung des Diesseits mit dem Jenseits.
Das Stück ist ein Ritual, das auf musikalische Art den Weg über diese Brücke beschreitet und gereinigt wiederkehrt.
Die Videoprojektion zu
Darikut wurde von Andre Bartetzki anläßlich dieses Konzerts unter Verwendung von Elementen und Motiven koreanischer Brückenrituale erarbeitet.

LEE Myung-Sun wurde 1973 in Seoul, Süd-Korea geboren. Von 1993-1997 studierte sie Komposition und Musikpädagogik an der Kwan-Dong University. 1997-1999 führte sie ihre Kompositionsstudien an der Sook-Myung Women‘s University in Seoul fort. 2001-2003 schloss sie einen Aufbaustudiengang der Komposition an der Musikhochschule Dresden bei Wilfried Krätzschmar mit Auszeichnung ab. 2003-2005 absolvierte sie ein Meisterklassenstudium der Komposition an der Musikhochschule Dresden bei Wilfried Krätzschmar. Sie war Finalistin im  Wettbewerb für Klavierkompositionen  des „Ritter-Preis 2003“ der Oscar und Vera Ritter-Stiftung. 2009 errang das Violinduo mit ihrem Werk „Geisterspiel“ für zwei Violinen den 2. Preis im Hochschulwettbewerb der Mannheimer Musikhochschule.  2012 erhielt das AsianArt Ensemble u.a. mit ihrem Solowerk für Daegŭm „Olleh“ den Preis der Deutschen Schallplattenkritik.
1998 führte sie ein Austauschprojekt zwischen Japan und Korea nach Tokyo, wo ihr Streichquintett „Landregen“ aufgeführt wurde.
2005 und 2007 wurden ihre Orgelwerke beim „Internationalen Festival für zeitgenössische Orgelmusik“ in Köln aufgeführt. 2008 widmete ihr das Festival „Tage für Neue Musik“ der Akademie für Tonkunst Darmstadt ein Porträtkonzert.
2013 wurde sie beim Festival Soundscape Eastasia und Koreanisches Musikfest in Deutschland, 2014 beim Beethovenfest in Bonn, 2015 bei den „Tagen für Neue Musik“ der Akademie für Tonkunst Darmstadt aufgeführt.
Verschiedene Ensembles und Solisten, darunter das Münchener Kammerorchester, Ensemble Courage, ensemble unitedberlin, Violinduo, Duo Berlin Strings and Percussion, AsianArt Ensemble, Duo Momentum, oder der Organist Thomas Noll führten ihre Werke auf.
Seit 2005 lebt sie als freischaffende Komponistin in Berlin.



Seong-Joon Moon studierte Komposition bei Professor In-Sun Cho an der Seoul National University, Komposition and elektronische Musik bei Dieter Schnebel, York Höller and Paul Heinz Dittrich an der Hochschule der Künste und an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" in Berlin. Seine Werke wurde weltweit aufgeführt, u.a. beim Pan Music Festival, Computer Music Festival, A.C.L. Festival, ISCM World Music Days 1997, 2006, ICMC 2006 sowie bei diversen Konzerten mit zeitgenössischer Musik in Deutschland, Japan, Österreich, Spanien, Frankreich, Kuba und den USA. Er hat eine Kompositionsprofessur an der Chugye University for the Arts inne und ist Präsident der Korean Electro-Acoustic Music Society.

Seong-Joon Moon - Klangschatten III für Schlagzeug und  Tonband (2002)
Dies ist das dritte Stück meiner Reihe
Klangschatten mit Kompositionen für Ensemble bzw. akustische Instrumente und elektronische Musik.
Die Idee hierbei war, ein Stück nicht in üblichem Sinne zu komponieren. Weder habe ich versucht, Klangmaterialien auf intuitive Weise zu finden und spielerisch weiterzuentwickeln, noch habe ich sie streng formal oder logisch ausgearbeitet. Unbearbeitete, kaum konturierte Klangmaterialien werden durch das ganze Stück hindurch mit Hilfe von Tendenzmasken fragmentiert.
Seung-Hyuk Lim, geboren in Korea, studierte Komposition (Bachelor) bei Inho Park an der Chugye-Universität in Seoul, instrumentale Komposition (Konzertexamen) bei Theo Brandmüller an der Musikhochschule Saarbrücken und anschließend elektronische Komposition (Master) bei Michael Beil an der Musikhochschule Köln. Zur Zeit unterrichtet er Komposition an mehreren Universitäten in Korea.

Seung-Hyuk Lim - Gagi für Violine, Viola, Violoncello, Perkussion, Klavier und Tonband (2015)
Der Titel - „Gagi“ bedeutet auf Koreanisch „Gehen“  - verweist auf einen Zustand, in dem Logik und Intuition zusammenarbeiten. Ausgehend von der Fokussierung auf klangliche Imitationen wurde die Struktur dieses Stückes auf komplexe Weise ausgearbeitet. Daneben gibt es aber auch Elemente, die eher auf einer instinktiven Wahl beruhen.



Oliver Schneller
Am 26. März 1966 in Köln geboren • 1994-96 Studium der Musikwissenschaft, Geschichte und Politikwissenschaft in Bonn • Private Kompositionsstudien bei Friedhelm Aufenanger • 1991 Arbeit für das Goethe Institut Kathmandu (Nepal) an einem Projekt zur Förderung lokaler Musikkulturen • 1994-96 Kompositionsstudium am New England Conservatory in Boston • 1996-98 Leitung des Electronic Music Studio an der City University of New York • 1998-2002 Promotionsstipendium für Komposition der Columbia University New York • als Assistent von Tristan Murail Lehrtätigkeit in Komposition, Computermusik und Psychoakustik an der Columbia University • 2001 Kurator der "Helmut Lachenmann in New York"-Woche in Zusammenarbeit mit dem Goethe Institut und dem Fritz Reiner Fund • 2000-01 Teilnehmer des cursus annuel de composition et d'informatique am IRCAM/Centre Pompidou als Reid Hall Stipendiat • 2002 Abschluss des Doctor of Musical Arts an der Columbia University • Meisterklassen bei Helmut Lachenmann, Brian Ferneyhough, Salvatore Sciarrino, George Benjamin und Vinko Globokar • 2002-04 compositeur en recherche am IRCAM : Zusammenarbeit mit Nicolas Misdariis und Steve McAdams an einem Projekt zur Erforschung der Schallrichtungscharakteristika musikalischer Instrumente • 2003 Forschungsauftrag des Haus der Kulturen der Welt zum Thema "Raumkonzepte in aussereuropäischer Musik" • 2003-04 Veranstaltung des Seminars "Akustik und Psychoakustik für Komponisten" an der Universität der Künste in Berlin • 2004-05 Stipendiat des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia in Bamberg • 2006-07 Stipendiat der Deutschen Akademie Villa Massimo in Rom • 2010 Komponistenpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung → • 2011 Fellowship der Civitella Ranieri Foundation

Aufführungen bei internationalen Festivals, darunter Agora Paris, Musica Strasbourg, Tremplins Paris, Les Musiques Marseille, Acanthes Avignon, ICMC 2002 Göteborg, Maerzmusik Berlin, IFNM Darmstadt, Ars nova Rottenburg, Wintermusic Berlin, Alternativa Moskau, Musicaacoustuca Beijing, Indaba Grahamstown, Tanglewood Music Festival, Washington Square Chamber Series, Aspen, June in Buffalo, ICMC 2003 Singapur sowie im Rahmen der "Frankfurt 2000" Konzerte des Ensemble modern und der "Millenium Stage Series" des Kennedy Centers in Washington DC. - Zusammenarbeit u.a. mit Ensemble Intercontemporain, Ensemble Modern, Ensemble Recherche, musikFabrik, Mosaik, Ictus, Courage, Linéa, KNM Berlin, Court-Circuit, Speculum musicae, Göteborg Sinfonietta, Esprit Orchestra Toronto sowie dem Tanglewood Symphony Orchestra. - Aufträge u.a. von Radio France, Maerzmusik/Berliner Festspiele, SWR, musikFabrik, Ircam/Ensemble Intercontemporain, Ars nova/Kammerensemble Neue Musik Berlin, Tanglewood Festival of Contemporary Music, MATA New York/Nouvel Ensemble Modern (Montréal), MeetTheComposer(USA), Klangwerkstatt Berlin und Whitman String Quartet (New York).

Als Saxophonist Zusammenarbeit mit Musikern wie Lukas Foss, John Zorn, Steve Drury, Bernhard Lang, Robin Hayward sowie dem Gustav Mahler Jugendsymphonieorchester unter Seiji Ozawa, dem Aspen Contemporary Ensemble, dem Tanglewood Symphony Orchestra unter Tan Dun und der George Russell Bigband.


Oliver Schneller - String Space für Streichtrio und Elektronik (2005)
Der Grundgedanke dieser Arbeit ist die Vorstellung einer überdimensionalen "Meta"-Saite, die verschiedenen Spannungszuständen und (Anschlags-)Traktierungen ausgesetzt ist. Die drei Instrumente (Geige-Bratsche-Cello) "hängen" förmlich an dieser imaginären, zwischendurch in der Elektronik klanglich hindurch scheinenden Meta-Saite; die Form des Stückes entwickelt sich als Konsequenz des Abtastens der jeweils an unterschiedlichen Stellen artikulierten Saiten-"Topographie". (Oliver Schneller)



Donoung Lee, 1955 in Seoul geboren, studierte Komposition an der Seoul National University sowie an der Freiburger Musikhochschule. Zwischen 1991 und 1994 arbeitete er als Musik-informatiker für Computermusik und MIDI am Experimentalstudio der Strobel-Stiftung des SWF in Freiburg. Nach seiner Rückkehr nach Korea war er Präsident der Korean Electro-Acoustic Music Society sowie der Korean Composers Association. Zur Zeit ist er Professor in der Kompositionsabteilung und Leiter des Zentrums für Kunst und Technologie an der Seoul National University. Er ist insbesondere auf dem Gebiet der Computermusik aktiv und interessiert sich vor allem für interaktive Echtzeitverarbeitung in Musik und Klangkunst, wo er Klänge der Koreanischen Tradition und Natur mit diversen Sensorsteuerungen verbindet.

Donoung Lee - Sound Trail II für Violine, Viola, Violoncello und Live-Elektronik (2015)
„Sound Trail II“ ist das zweite Stück bei dem ein von mir mit MaxMSP entwickelter Vocoder zur Anwendung gelangt. Der in den Raum ausgesandte Klang wird durch Feedback erweitert und erscheint ein weiteres Mal als durch den Live-Klang modulierter Live-Klang. Die Musik schreitet auf  gleiche Weise voran und bildet neue Klänge durch die Kombination des vergangenen mit dem gerade entstehenden Klang.



Andre Bartetzki
Geboren 1962 in Berlin begann Andre Bartetzki seine Berufsausbildung und Arbeit als Tontechniker in den Rundfunkstudios der ehemaligen DDR. 1987-1993 absolvierte er ein Tonmeisterstudium an der Musikhochschule "Hanns Eisler" in Berlin, wo er 1990 das Studio für elektroakustische Musik gründete und bis 2002 leitete. 1999-2004 arbeitete er im elektroakustischen Studio der Musikhochschule "Franz Liszt“ Weimar als Dozent und technischer Leiter und hatte gleichfalls einen Lehrauftrag an der Bauhaus-Universität in Weimar inne. 2009-2012 leitete er gemeinsam mit Volker Straebel das Elektronische Studio der Technischen Universität Berlin.
Seit 1990 arbeitet er als Programmierer und Klangregisseur im Bereich Neue Musik, Klang- und Medienkunst und gab weltweit Workshops und Vorträge über elektroakustische Komposition, Live-Elektronik und Programmierung.
Seit nunmehr fast 20 Jahren realisiert er eigene künstlerische Projekte, vor allem elektroakustische, audiovisuelle und instrumentale Kompositionen und Improvisationen sowie Klang- und Videoinstallationen, oft in Zusammenarbeit mit anderen Musikern und Ensembles, Tänzern und Bildkünstlern.
Er ist häufiger Gast auf vielen internationalen Festivals für zeitgenössische Musik, Computermusik und Medienkunst.
Stipendiat und Residenzen beim ZKM Karlsruhe, im Künstlerhaus Ahrenshoop, in der Denkmalschmiede Höfgen sowie im Composers Centre Visby.

Andre Bartetzki - insideout - Die unglaubliche Reise von Yoriko, Andreas, Lea Rahel, Jean-Claude und Ziv auf einem Möbiusband - aus der Sicht von Andre am Mischpult und aus verschiedenen anderen Perspektiven. für Klavier, Perkussion, Violine, Viola, Violoncello, Projektion und Elektronik (2015)