19. Februar 2017, 20.00 Uhr - Schwerpunkt USA
Konzerthaus Berlin, Werner-Otto-Saal



ENSEMBLE IN RESIDENCE
VLADIMIR JUROWSKI, Artistic Advisor



American Songbooks

Dieses Konzertprogramm ist in seinem Charakter zweigeteilt: Michael Hersch schuf einen Liedzyklus, der eine persönliche Trauerarbeit in sich birgt und damit thematisch an das von Patricia Kopachinskaya bei ihm in Auftrag gegebene Violinkonzert anschließt. Er vertonte darin Texte von Dante Alighieri und Ezra Pound, wobei die des Letzteren nicht hörbar sind, sondern "unsung" (M. Hersch) die gesungenen Dante-Texte verbinden.

Mit den Five Runic Songs von Jeffery Cotton ändert sich der Charakter des Abends: Popmusik inspirierte ihn, genauer gesagt der Stil des Trompetenspiels in den 1940er und 50er Jahren, dessen markante Eigenheiten er gelegentlich als Beiwerk in den fünf Songs einsetzt.

Der bei Fausto Romitelli permanent spürbare Hang zur Rock- und Technomusik (siehe unser Konzert im Januar) ist bei Steve Reich sicher nur partiell vorhanden. Auf jeden Fall aber ist er in einem seiner jüngsten Werke zu finden, in Radio Rewrite. Dafür ist eine Begegnung Reichs mit Jonny Greenwood, dem Gitarristen der Band Radiohead, verantwortlich. Offensichtlich war Reich von der Interpretation seines Electric Counterpoint durch Greenwood so angetan, dass sich zwischen den beiden Musikern ein unmittelbares großes Verstehen einstellte und sich Reich intensiver mit der Musik dieser Band beschäftigte. Zwei ihrer Songs hat er dann in Radio Rewrite verarbeitet, natürlich nicht, ohne sie auch als Minimalist zu traktieren.


Konzeption: Andreas Bräutigam

Programmhefttext