Sonntag, 15.01.2017
20.00 Uhr Werner-Otto-Saal

ensemble unitedberlin
Vladimir Jurowski
Dirigent
Alexandra Lubchansky Sopran


„I wish a storm would come & blow this shit away.“

Jim Morrison



Don Carlo Gesualdo (1566 - 1613/ Salvatore Sciarrino (*1947)
„Le voci sottovetro" für Stimme und Ensemble
“Gagliarda del Principe di Venosa” für acht Instrumente “Tu m'uccidi, o crudele” für Stimme und acht Instrumente „Canzon francese del Principe” für sechs Instrumente “Moro, lasso” für Stimme und acht Instrumente

Silvia Colasanti (*1975)
„Ahi! Vista troppo dolce et troppo amara (Orfeo nel buio)" für Ensemble

Franco Donatoni (1917 – 2000)
„Still" für Sopran und sechs Instrumente

Pause

Fausto Romitelli (1963 – 2004)
„Lost" für Stimme und Ensemble


ITALIENISCHES LIEDERBUCH
Italien, schrieb der weitgereiste Charles Burney 1771, sei dasjenige Land in Europa, in dem die Musik „mit unvergleichlichem Erfolg kultiviert wurde, und von wo der Rest Europas nicht nur mit den bedeutendsten Komponisten und Musikern, sondern auch mit allen Vorstellungen davon, was in dieser Kunst als elegant und edel zu gelten habe, ausgestattet wurde“. Italien war bis weit ins 18. Jahrhundert der Maßstab für Tonsetzer fast aller Nationen (welche denn auch in Scharen gen Süden pilgerten, um ihre Kenntnisse zu erweitern); den seinerzeit so beliebten musikalischen Nationalitätenstreit konnte es über Jahrhunderte fast ausnahmslos für sich entscheiden. Seit der „Wiener Klassik“ aber geriet die einstige Musiknation zusehends ins Hintertreffen und machte fast nur noch in Sachen Oper von sich reden. Ein unhaltbarer Zustand, natürlich, der sich denn auch im 20. Jahrhundert nachhaltig änderte.
Das heutige Programm wirft mit Adaptionen, Umarbeitungen und Re-Lektüren einige Schlaglichter auf die moderne Auseinandersetzung Italiens mit überlieferten Texten und Kompositionen – ein „Italienisches Liederbuch“ voll Liebe, Eifersucht und Tod …


Salvatore Sciarrino: „Le voci sottovetro"
ENTSTEHUNG 1998
URAUFFÜHRUNG 22. Juni 1999, Paris (Sopran: Sonia Turchetta, Ensemble Recherche)
BESETZUNG Mezzosopran, Bassflöte, Englischhorn, Bassklarinette, Schlagwerk, Klavier, Violine, Viola, Violoncello
DAUER ca. 15 Minuten
Salvatore Sciarrino, 1947 in Palermo geboren, ist einer der bekanntesten postseriellen Komponisten Italiens. Dem Primat der abstrakten Struktur, das er am Serialismus kritisierte, stellte er früh das sinnliche Klangerlebnis entgegen (ein „typisch“ italienischer Charakterzug?). Figuren und formale Querbezüge tragen eine Kompositionstechnik, die dem facettenreichen Gestaltwandel der Klänge in der Stille nachhorcht und sich dabei zu subtilster Präzision ausdifferenziert hat. Der eher blutigen Geschichte von Don Carlo Gesualdo da Venosa (1566-1613) spürte Sciarrino in mehreren Kompositionen nach; eine Zeitlang plante er sogar eine Oper über diesen kühnen Komponisten hochchromatischer Madrigale, der in einer Eifersuchtstragödie seine Ehefrau und seinen Nebenbuhler tötete. Eine dieser kreativen Auseinandersetzungen sind die freien Bearbeitungen („elaborazioni“) Gesualdoscher Vorlagen, die Sciarrino unter dem Titel „Le voci sottovetro“ (Die Stimmen hinter Glas) 1998 komponiert hat.
KURZ NOTIERT
„Der erfahrene Hörer fühlt sich von Gesualdo in besonderer Weise angezogen“ meint Salvatore Sciarrinoi. „Eine Unmenge an klanglichen Assoziationen mit den modernsten Komponisten stürzt auf ihn ein. Wir finden bei Gesualdo die Extravaganzen Vivaldis und Domenico Scarlattis, Schuberts und des späten Beethoven, wir begegnen dem Flair der Spätromantik, dem Frankreich zu Beginn des 20. Jahrhunderts und der Atmosphäre des Expressionismus.“
Worauf der Titel „Die Stimmen hinter Glas“ anspielt, hat der Komponist selbst erläutert: „Eine Stimme, die lebendige Essenz, in eine Flasche einzusperren – das lässt an die Genien denken, die von Salomon eingefangen und ins Meer geworfen wurden. Die islamische Phantasieliteratur ist voll von solchen Legenden. Vielleicht denkt man auch an die barocke Lust am Monströsen und Spektakulären, die bekanntlich mit der Wissenschaft und dem Bedürfnis, das unterbrochene und anatomisch sezierte Leben auszustellen, einherging. Und es stellt sich die Frage an das Madrigal: Was bleibt uns von den alten Stimmen? Sind sie verdunstet, transparent – oder können wir einen Bodensatz wahrnehmen, so winzig er auch sein mag, der noch nicht aus dem Gefäß entwichen ist? […] Das Verhältnis von Original und Umarbeitung beschrieb Sciarrino folgendermaßen: „Die Gagliarda des Prinzen von Venosa wurde vermutlich für vier Violen komponiert. Bei dem Madrigal „Tu m’uccidi, o crudele“ (Du tötest mich, oh Grausame; V. Madrigalbuch, XVII) ist von den Singstimmen fast nichts mehr übrig, nur noch einige Stimmfetzen, ein paar Schlüsselwörter. „Canzon francese del Principe“ (Französische Canzona des Prinzen) war ursprünglich für Laute und Cembalo gedacht, doch gerade dadurch, dass sie einen anderen instrumentalen Atem bekommt, erscheinen meiner Meinung nach ihre musikalische Substanz, die periodischen Wechsel zwischen Imitationen und Verzierungen mit ihren unerhörten chromatischen Trillern, in neuem Licht. „Moro, lasso, al mio duolo „(Elend sterb ich an meinem Schmerz; VI. Buch, XVII) wurde in ein lyrisches Stück für Stimme und Instrumente verwandelt. Diese Freiheiten der Ausarbeitung und ihre trügerischen Perspektiven versetzen den Hörer vielleicht in Erstaunen, doch das ist nicht ihre Absicht. Vielmehr sind sie aus der Gewissheit heraus entstanden, dass die Alte Musik sich verwandeln und mit neuem Leben erfüllt werden kann, wenn sie vom Geist der Moderne berührt wird.“

Silvia Colasanti: „Ahi!, vista troppo dolce e troppo amara (Orfeo nel Buio)“
ENTSTEHUNG 2007
URAUFFÜHRUNG 7. Oktober 2007, Venedig (Ensemble Divertimento, Leitung: Sandro Gorli)
BESETZUNG Flöte, Oboe, Bassklarinette, Fagott, Horn, Klavier, Schlagwerk, Streicher
DAUER ca. 12 Minuten
In Gesualdos direktem zeitlichem Umfeld entstanden, ist Claudio Monteverdis „Favola in Musica“ mit dem Titel „L’Orfeo“ (1607; Libretto: Alessandro Striggio) eine der ersten Opern der Musikgeschichte. Auch im Schaffen Silvia Colasantis spielt sie eine wichtige Rolle – unter anderem in der instrumentalen Ensemblekomposition „Ahi!, vista troppo dolce e troppo amara (Orfeo nel Buio)“ (Weh mir! Viel zu süß und viel zu bitter ist der Anblick [Orpheus in der Finsternis]): Die Wahl des mythologischen Sujets wurde von „L’Orfeo“ angeregt, und der Schlussteil des Werks basiert explizit auf einer „Re-Lektüre“ der gleichnamigen Arie Eurydikes, die bei Monteverdi in jenem Moment erklingt, da sich Orpheus entgegen der Auflage Plutos zu ihr umblickt.
Über dieses traditionsreiche Motiv hat Silvia Colasanti ausgeführt: „Orpheus, der in die Unterwelt hinabstieg, um Eurydike ins Leben zurückzuholen, kann dem Verlangen nicht widerstehen, seine Geliebte anzublicken – und verurteilt sie damit zu einem zweiten, endgültigen Tod. Dieser Blick, in dem sich Liebe und Tod bündeln, ist das zentrale Thema meiner Komposition. […] Während des düsteren und mühevollen Aufstiegs aus der Unterwelt war Orpheus glücklich und stolz, die Geliebte wieder ins Leben geholt zu haben; jetzt aber, wo sie sich der Welt der Lebenden nähern, obsiegt in ihm die Angst sie zu verlieren – und ein unbändiger Wunsch sie zu sehen.
An dieser Stelle der Komposition erklingt eine Bassklarinette, die hinter dem Publikum positioniert ist und schemenhaft vom Schlagwerk begleitet wird: Eurydikes Seele, die sich, obschon Orpheus sie mit den Händen zu fassen sucht, in Dunst auflöst.“
Silvia Colasanti, 1975 in Rom geboren, erhielt ihr Diplom in Klavier und Komposition am Konservatorium Santa Cecilia in Rom; weiterführende Studien betrieb sie bei Fabio Vacchi, Wolfgang Rihm, Pascal Dusapin und Azio Corghi an der Accademia Musicale Chigiana in Siena und national der Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom. Sie ist Preisträgerin zahlreicher nationaler und internationaler Musikwettbewerbe; ihre Werke werden von namhaften Orchestern und Ensembles in renommierten Konzertsälen und Theatern sowie bei bedeutenden Festivals gespielt. Silvia Colasanti unterrichtet am Konservatorium von Perugia.

Franco Donatoni: „Still"

ENTSTEHUNG 1985
URAUFFÜHRUNG 21. April 1985, Mailand, Teatro alla Scala (Gesang: Dorothy Dorow, Leitung: Gianpiero Taverna)
BESETZUNG Soprano leggiero, 2 Flöten, 3 Violinen, Celesta, Klavier
DAUER ca. 5 Minuten
Der 1927 geborene Franco Donatoni gehörte (fast) seit der ersten Stunde zu den Besuchern der Internationalen Ferienkurse für neue Musik in Darmstadt. Nach neoklassizistischen Anfängen beschäftigte er sich bis in die 1970er Jahre im Zeichen einer „musica negativa“ vor allem mit der systematischen Dekonstruktion entlehnten oder eigenen Materials; berühmt etwa wurde das 1967 entstandene „Souvenir“ über 363 Fragmente aus Karlheinz Stockhausens „Gruppen“.

„Still“, 1985 im Auftrag der Stadt Mailand entstanden, ist eine Paraphrase über die Worte „Schweige still“, mit denen die Probanden Tamino und Papageno in Mozarts „Zauberflöte“ an ihr Schweigegelübde gemahnt werden. (Dieses Schweigen stürzt übrigens – Parallele zum Orpheus-Mythos – die nicht eingeweihte Pamina in fast tödliche Verzweiflung.) Die ungemein quirlige, auf seriellen Techniken fußende Miniatur für Soprano leggiero (eine zartere, leichtere Spielart des lyrischen Koloraturoprans) und ein hoch registriertes Sextett aus zwei Flöten, zwei Violinen, Celesta und Klavier lässt den Imperativ des „Schweige still“ rasch hinter sich (wo kämen wir denn da hin …?). Lieber ergeht sie sich im lustvoll dialogischen Spiel von Gesang und Instrumentalklang, von Wortfetzen, Koloraturen und Kommentaren, und erweist sich solcherart als köstliche, in delikaten, silbrigen Farben leuchtende Arie –hieß es nicht dereinst: „Schweigen ist Silber“?
AUFGEHORCHT
Gegen Ende von „Still“ holt Donatoni eine weitere Gestalt aus Mozarts „Zauberflöte“ musikalisch auf die Bühne: Achten Sie auf die sehr vertraut wirkenden Tonwiederholungen des Soprans!


Fausto Romitelli: „Lost"

ENTSTEHUNG 1997
URAUFFÜHRUNG 20. September 1997, Abbaye de Royaumont, Frankreich (Sopran: Marie-Annick Beliveau, Nouvel Ensemble Moderne, Leitung: Lorraine Vaillancourt.)
BESETZUNG Sopran (auch Mirliton), Flöte (auch Bassflöte), Oboe (und Zusatzinstrumente), Klarinette (auch Bassklarinette), Horn (auch Panflöte und Harmonika), Trompete (auch Harmonika), Posaune (Harmonika, Mirliton), Schlagwerk, elektrischer Bass, Klavier(auch Synthesizer und Harmonika), Streicher DAUER ca. 18 Minuten
„Im Zentrum meines Komponierens steht die Idee, den Klang als Materie zu empfinden, in die man hineintaucht, um ihre physischen und perzeptiven Eigenschaften zu schmieden: Maserung, Dicke, Durchlässigkeit, Helligkeit, Dichte und Elastizität. Deshalb geht es um die Formung des Klanges, um instrumentale Synthese, Anamorphosis, Transformation der spektralen Morphologie und ein ständiges Streben zu untragbaren Dichten, Verzerrungen und Interferenzen, nicht zuletzt mittels der Unterstützung elektroakustischer Technologien. Und immer bedeutender werden auch die nicht-akademisch hergeleiteten Klangwelten sowie die schmutzigen, gewalttätigen Klänge metallischen Ursprungs gewisser Rock- und Technomusik.“ Fausto Romitelli, der dies schrieb, schätzte die Unreinheit der Ton- beziehungsweise Klangkunst, das Undomestizierte, das seriell oder sonstwie Unbehelligte – weshalb er ein großes Interesse auch an populären Musiken wie der Rockmusik entwickelte. Rechnet man ein Faible für Grenzerweiterungen hinzu, wie es sich nicht zuletzt in seiner Sujetwahl bekundet – „EnTrance“ für Sopran, Ensemble und Elektronik (1996), „Professor Bad Trip“ (1998-2001) oder „Amok Koma“ für 9 Musiker und Elektronik (2001) –, so erklärt sich, dass er eine natürliche Affinität zu Jim Morrison empfand. Morrison (1943-1971) war Sänger der 1965 gegründeten Rockband „The Doors“, („Light my fire“, „Riders on the storm“, „The end“), als welcher er durch provokantes Bühnenverhalten (eine angeblich gänzliche Entblößung sorgte dafür, dass „The Doors“ nicht beim Woodstock-Festival auftreten durften), exzessiven Drogenkonsum und große poetische Begabung von sich reden machte. Er starb mit 27 Jahren unter nie ganz geklärten Umständen – mysteriöse Erfüllung seiner eigenen Prophezeiung: „Ich will ein riesiger, heller Komet sein, ein Meteor. Jeder bleibt stehen, zeigt nach oben und krächzt: ‚Da, was ist das?’ Dann – schhhht – bin ich verschwunden und sie werden nie mehr so etwas wiedersehen … aber ich werde ihnen nie mehr aus dem Kopf gehen – nie.“
Sympathie mit dem Tode („My only friend, the end”) durchzieht Morrisons gesamtes Schaffen, und sie prägt auch die postum veröffentlichten Gedichte, die Romitelli in „Lost“ für Stimme und fünfzehn Instrumente aus dem Jahr 1997 vertont hat. Der Komponist hat die Textstruktur dabei vielfach aufgebrochen, Verse beziehungsweise Zeilen unterschiedlicher Herkunft ineinander verschränkt, und dazu ein atmosphärisch dichtes, ungewöhnlich instrumentiertes (unter anderem Gitarren-Stimmpfeife!) und hochdifferenziertes Klangbild entwickelt, das nicht von ungefähr mitunter „psychedelischen“ Charakter hat. Peinlichst hat er dafür Sorge getragen, dass die Klänge authentisch leben, nicht stereotyp verwaltet werden – akribische Spielanweisungen namentlich hinsichtlich der Dynamik zeugen von einem Gestaltungswillen, der nichts so scheut wie Routine im Tonsatz. „I wish a storm would come and blow this shit away”, heißt es schließlich in dem apokalyptischen Gedicht „Hurricane & Eclipse“. This is the end.
Fausto Romitelli studierte in Mailand sowie in Siena und in Mailand. 1991 ging er an das Pariser IRCAM, wo er von 1993 bis 1995 auch als „compositeur en recherche“ arbeitete. Er interessierte sich für die wichtigsten europäischen Musikströmungen (insbesondere für György Ligeti und Giacinto Scelsi), wurde aber hauptsächlich von der französischen Spektralmusik beeinflusst, vor allem von Hugues Dufourt und Gérard Grisey, welchem er das zweite Stück des Zyklus „Domeniche alla periferia dell’Impero“ (1995-96/2000) widmete. 2004 starb er nach schwerer Krankheit in Mailand. Nach einer Reihe von Erfolgen bei verschiedenen internationalen Wettbewerben in Amsterdam, Frankfurt, Graz, Mailand, Stockholm und Siena (Erster Preis beim Casella-Wettbewerb 1989) wird Romitellis Musik regelmäßig auf den internationalen Bühnen aufgeführt. Bei Festivals wie der Musica in Strassburg, dem Festival Présences von Radio France und der Ars Musica in Brüssel bis hin zu den Saisons von Ircam/InterContemporain, der Biennale Venedig und dem Festival Milano Musica wurden seine Werke von Ensembles und Orchestern wie Ictus, L’Itinéraire, Court-Circuit, InterContemporain, Musiques Nouvelles, ensemble recherche, dem Nationalorchester der RAI und dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin gespielt.

Die Gesangstexte

Le voci sottovetro

II
Tu m'uccidi, o crudele …
E vuoi ch'io taccia e'l mio morir non grida?
Ahi ... morire
ond'io ne vo gridando

Du tötest mich, oh Grausame ...
Und ich soll schweigen und mein Sterben nicht hinausschreien?
Ach ... Sterben
darum schreie ich

IV
Moro, lasso, al mio duolo
e chi mi può dar vita,
ahi, che m'ancide e non vuol darmi aita!
O, dolorosa sorte,
chi dar vita mi può, ahi, mi dà morte!

Elend sterb‘ ich an meinem Schmerz,
und wer kann mich zum Leben erwecken,
ach, die mich tötet und mir keine Hilfe gewährt!
Oh schmerzliches Geschick,
die mir das Leben geben kann, gibt mir, ach, den Tod.

Lost

Stand there listening
you will hear them
tiny shapes just beyond
the moon
Star-flys, jarts,
dismal fronds
stirring ape-jaws striving
to make the morning
mail call

Cry owl.
Hark to the wood-vine.
Suckle-snake crawls, gnawing
restive

I know you.
The one who left to go
warning. Wishless now
& sullen. Transfer
deferred.

Steal me a peach
from the orange tree
grove-keeper

She fell.

What are you doing
w/ your hand on her
breast?

She fell, mam.

Give her to me.

Yes, mam.

Go tell the master
what you've done.

They killed him.

Later.

Going up the stairs
handcuffed
to his cell.

A shot-gun blast
Behind the back.

The flowering
of god-like people
in the muted air
would seem
strange
to an intruder
of certain size

but this is all we have left
to guide us
Now that He is gone

She lives in the city
under the sea
Prisoner of pirates
prisoner of dreams
I want to be w/ her
want her to see
The things I've created
sea-shells that bleed
Sensitive seeds
of impossible warships

Dragon-fly hovers
& wavers & teases
The weeds & his wings
are in terrible fury

Scour the mind w/ diamond
brushes. Cleanse into Mandalas.
Memory keeps us wicked & warm.
The Time temple. Who'll go 1st?
Cloaked figures huddled by walls.
A head moves clocklike slowly.
I'm coming. Wait for me.

She's my girl friend:
I wouldn't tell her
Name but I think
you already know her
Name
is
Square fire insect
marble saffron intro
demi-rag in flames

it's the same game
whether you call it
by her real name

HURRICANE & ECLIPSE
I wish a storm would
come & blow this shit
away. Or a bomb to
burn the Town & scour
the sea. I wish clean
death would come to me.

IM PORTRÄT

ensemble unitedberlin
1989 wurde das ensemble unitedberlin gegründet – damals Sinnbild der wiedergewonnenen Verbindung von Musik und Musikern in der lange geteilten Stadt. Gastkonzerte zu Festivals neuer Musik in Europa, Asien und auf beiden amerikanischen Kontinenten begleiten seitdem die Arbeit in Berlin. Jüngstes internationales Engagement waren Konzerte in Südkorea (Oktober 2015).
Das Ensemble präsentiert Aufführungen im Bereich der neuesten Musik sowie der etablierten Ensembleliteratur und zeichnet sich dabei in seinem Profil durch die Realisierung großbesetzter Projekte aus. Zahlreiche der Programme sind in enger Zusammenarbeit mit bedeutenden Komponisten entstanden, unter anderem mit Wolfgang Rihm, Mauricio Kagel, Vinko Globokar, Christian Wolff, Toshio Hosokawa, Helmut Lachenmann und György Kurtág. Die Arbeit des Ensembles dokumentiert sich in mehreren CDs, die unter internationaler Beachtung veröffentlicht wurden.
Gemeinsam mit dem international erfolgreichen Dirigenten Vladimir Jurowski als Artistic Advisor ist unitedberlin ab der Saison 2015/16 vom Konzerthaus Berlin als Ensemble in Residence eingeladen. Damit schließt sich für Ensemble und Dirigent ein Kreis, der sich bereits vor über 20 Jahren mit gemeinsamen Konzerten und CD-Produktionen zu öffnen begann.

Martin Glück, Flöte Márton Végh, Flöte Nigel Shore, Oboe Matthias Badczong, Klarinette Stefan Siebert, Fagott Damir Bacikin, Trompete Helmut Polster, Posaune Ziv Stein, Schlagzeug Daniel Eichholz, Schlagzeug Oliver Potratz, Bass-Gitarre Yoriko Ikeya, Klavier Sawami Kiyoshi, Celesta Biliana Voutchkova, Violine Andreas Bräutigam, Violine Stephan Kalbe, Violine Jean-Claude Velin, Viola Lea Rahel Bader, Violoncello Matthias Bauer, Kontrabass

Vladimir Jurowski
wurde in Moskau geboren und studierte in seiner Heimatstadt sowie in Dresden und Berlin bei Rolf Reuter (Dirigieren) und Semion Skigin (Chorleitung). 1995 debütierte er beim Wexford Festival sowie am Royal Opera House Covent Garden. Von 1996 bis 2001 war er Mitglied des Ensembles der Komischen Oper Berlin (1997 Erster Kapellmeister). Bereits seit 1997 zu Festivals und auf international führende Bühnen eingeladen (unter anderem 1999 Debüt an der Metropolitan Opera New York), wurde er 2001 Musikdirektor an der Glyndebourne Festival Opera (bis 2013) und 2003 Erster Gastdirigent beim London Philharmonic Orchestra (2007 Chefdirigent). Das Orchestra of the Age of Enlightenment verlieh ihm den Titel “Principal Artist”, von 2005 bis 2009 war er Erster Gastdirigent beim Russischen Nationalorchester, von 2000 bis 2003 Erster Gastdirigent am Teatro Comunale di Bologna. Mit Beginn der Saison 2017/18 wird Vladimir Jurowski Chedfirigent und künstlerischer Direktor beim Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin. Einladungen führten ihn unter anderem auch zu den Berliner, Wiener, Rotterdamer und Osloer Philharmonikern, zum Royal Concertgebouw Orchestra, zum Gewandhausorchester Leipzig, dem Chamber Orchestra of Europe, der Dresdner Staatskapelle, zum Los Angeles Philharmonic, Pittsburgh Symphony und Philadelphia Orchestra, zum Chicago Symphony und zum Cleveland Orchestra. Er dirigierte an der Mailänder Scala, am Bolschoi Theater in Moskau, an der Semperoper Dresden sowie an Opernhäusern unter anderem in Paris und München. 2015 leitete er auch mehrere Konzerte mit dem Konzerthausorchester Berlin.
2007 wurde er als „Conductor of the Year“ mit dem „Royal Philharmonic Society Music Award“ ausgezeichnet. Vladimir Jurowskis Diskographie umfasst unter anderem alle Brahms-Sinfonien, Mahlers Erste und Zweite, Tschaikowskys Erste, Vierte, Fünfte und Sechste, Zemlinskys „Florentinische Tragödie“ sowie Werke von Rachmaninow, Turnage, Holst, Britten, Vaughan Williams, Schostakowitsch, Honegger, Haydn, Mendelssohn, Schnittke, Meyerbeer, Kancheli und Julian Anderson. Des Weiteren erschienen zahlreiche CD- und DVD-Produktionen mit Opernproduktionen unter seiner musikalischen Leitung.

Alexandra Lubchansky
studierte am Konservatorium ihrer Heimatstadt St. Petersburg Klavier und Komposition sowie später in Tel Aviv fort, wo sie die Auszeichnung der American Israel Cultural Foundation erhielt. Ein Stipendium des DAAD ermöglichte ihr, ihre Studien als Pianistin in Deutschland fortzusetzen. In dieser Zeit gewann sie den Ersten Preis beim Nikolai Rubinstein Klavierwettbewerb in Paris. 2001 nahm Alexandra Lubchansky ihr Gesangsstudium an der Opernschule Karlsruhe bei Roland Hermann auf. Hier wirkte sie unter anderem in Produktionen von Wolfgang Rihms “Die Eroberung von Mexiko” (hoher Sopran) und „La Cenerentola“ (Titelpartie) mit. Sie arbeitete mit Dirigenten wie Valery Gergiev, Kent Nagano, Stefan Soltesz, Ivor Bolton, Lothar Zagrosek, Roberto Paternostro, Paolo Carignani, Julia Jones, Christoph Poppen und Johannes Kalitzke zusammen.


Vorankündigung


Sonntag, 19.02.2017
20.00 Uhr Werner-Otto-Saal
ensemble unitedberlin
Vladimir Jurowski
Dirigent
Ah Young Hong Sopran
Damir Bacikin Trompete
“American Songbooks”
Michael Hersch “a breath upwards” für Sopran, Klarinette, Horn und Viola
Jeffery Cotton „Five Runic Songs“ für Trompete, Horn, Fagott, Violine, Violoncello und Kontrabass
Steve Reich “Radio Rewrite” für Ensemble

Montag, 27.03.2017
20.00 Uhr Werner-Otto-Saal
ensemble unitedberlin
Vladimir Jurowski
Dirigent
„Russisches Roulette“
Anton Safronov „CHRONOS … – Traum“ für Ensemble
Edison Denissow Kammersinfonie Nr. 2
Georgy Dorokhov Adagio molto für Ensemble
Galina Ustwolskaja Oktett für zwei Oboen, vier Violinen, Pauken und Klavier