"Für die Griechen gibt es nur entweder Wahrheit oder Lüge. Leben oder Tod. Es ist das Andere, das sie zwischen ihren scharfen Unterscheidungen zerquetschen, das Dritte, das lächelnde Lebendige." Brisante Textpassagen, die in Jarrells sensibler Vertonung die eminente Kraft der Worte bewahren. Faszinierend, wie der Komponist eine der textlichen Vorlage adäquate Klangdramaturgie formt, die stellenweise suggestiven Ausdrucksgestus beschwört. Phänomenal, wie Anna Clementi in dieser Produktion der Nimrod Opera Zürich mit ihrer virtuos spielenden Stimme die imposanten Wortkaskaden des inneren Monologs der Kassandra ebenso spannungsvoll bewältigte, wie sie auch die eher intimeren Textpassagen nuanciert ausleuchtete. Ihr zur Seite das in neuer Musik bestens bewährte ensemble unitedberlin, das unter Andrea Pestalozzas Leitung die vehementen Klangvisionen der Partitur differenziert ausformte. Ein Höhepunkt der diesjährigen Maerzmusik!

KIELER NACHRICHTEN, 2. 4. 2013


Und weil das so ist, ragte im letzten Hauptkonzert mit dem Ensemble UnitedBerlin der 2006 verstorbene Ägypter Hamza El Din mit seinem Stück "Escalay" für die viersaitige Langhalsgeige Djoze und Streichquartett heraus. Hamza El Din, Pionier der Weltmusik, lud das Streichquartett ein, Gast zu sein in der Neunteltönigkeit arabischer Maquams, und zum großen Lob der Spieler folgten diese und zeigten, dass es des fremden Instruments eigentlich nicht bedarf, wenn das klangliche Bauchgefühl vorhanden ist.

MusikTexte, Ausgabe 137, Mai 2013


Helmut Zapf, unermüdlich komponierender Einzelkämpfer und Begründer der »Zepernicker Randspiele«, stand im Blickpunkt eines Abends im Werner-Otto-Saal des Konzerthauses Berlin – als Hauptakteur im zweiten Konzert der Reihe »Vom Gehorsam. Von der Verweigerung.« Komponisten, die in der DDR gewirkt haben, stellt das Ensemble United Berlin, selbst noch Produkt aus der Spätzeit des Landes, darin vor. Ein verdienstvolles Projekt. Es öffnet den Blick, es bündelt die Werke, setzt sie in Beziehung, enthüllt Entwicklungen, auch Rückbildungen. Musiker agieren über Ensemblegrenzen hinaus, Grenzen, die heute viel lockerer sind als vor zwanzig Jahren. Das zeugt von dem Willen: Weg von den Egoismen, hin zu kollektiven, kooperativen Formen.

NEUES DEUTSCHLAND, 10. 12. 2009


Ein wunderbares Stück (Elena Mendoza-López Dort, dort, auch, nicht, vielleicht A.d.R.), das auch klanglich in einer Weise gefasst ist, der man gerne zuhört; ... Schöner gespielt als vom ensemble unitedberlin, sinniger dirigiert als von Zsolt Nagy kann man es sich kaum vorstellen.

BERLINER ZEITUNG, 14. 3. 2008

Gleichwohl zeugt seine (Arnold Schönbergs, A.d.R.) „Kaiserwalzer“-Bearbeitung von einer durchtriebenen Lust am Spiel mit dem Idiom des Walzers, von einem Ernstnehmen und freundlichen Belächeln desselben zu gleicher Zeit. Nach den hochinteressanten, mit einem schönen rhythmischen Zug ausgestatteten „Variationen über ein Rezitativ für Orgel op. 40“ (Bearbeitung: Greissle) sind Arnold Schönbergs smarte Walzerspiele zu hören, welche die aufregend-unaufregende Musik seines Kollegen Johann Strauß in lichtere Gefilde führen.

FAZ, 6. 3. 2004

Folgt ein Kontrastpaar aus der Mitte der Achtziger: Henzes schöngeistige Äolsharfe und Lachenmanns Mouvement - (vor der Erstarrung), ein starker Abgang.

DER TAGESSPIEGEL, 1. 2. 2003


Und so ist es Helmut Lachenmann gewesen, dessen Mouvement (- vor der Erstarrung) den Abend rettete. ... fern aber auch der pathetischen Programmnotizen des Komponisten selbst ... war hier keinerlei "Verweigerung", wie das Klischee sie will, zu entdecken, sondern ganz diesseitige, im Moment erfüllte, über weite Strecken fast tänzerische Verspieltheit ... Das Ensemble UnitedBerlin hat sich unter der Leitung von Peter Hirsch brillant gezeigt darin, die Farben und Schönheiten dieser Musik zu entdecken. Und der Rezensent gesteht, bei den ersten Klängen innerlich aufgeatmet zu haben: Endlich Musik!

BERLINER ZEITUNG, 1. 2. 2003

Das pausenlose Programm war eine dicht gefasste, höchst eindrucksvolle Hommage auf den Komponisten (Luigi Nono). ... Die beiden hervorragend spielenden Geiger Andreas Bräutigam und Stephan Kalbe bewegten sich bei ihrem diffizilen Dialog von verschiedenen Pulten beiderseits des Auditoriums behutsam vom Fond des Saals zum Podium. ... Dazwischen das übrige Programm, gewissermaßen ein kompositorisch-biographischer Rückblick in Aktion. Alle diese instrumentalen Interpretationen gewannen unter der kundigen Leitung von Peter Hirsch vorzügliches Format in Tongebung und Abstimmung.

NEUES DEUTSCHLAND, 16. 5. 2000


Das Ensemble UnitedBerlin hatte diese frohe Botschaft wohl verinnerlicht, vielleicht durch die tatkräftige Hilfe von Dirigent Peter Rundel am Pult. Denn so beseelt und voll inniglicher Wärme hat man das Ensemble schon lange nicht mehr gehört. Wunderbar zog sich ihr Pianissimo in Busonis Berceuse élégiaque ins schauerliche Verstummen zurück. Das war Gänsehautmusik.

DIE WELT, 12. 1. 1999

John Adams Chamber Symphonie, die die zwanghaft treibende Motorik von Rihms Silence to be beaten in einen urban pulsierenden Klangfluß verwandelte, sorgte schließlich für den furiosen Abschluß - ein großes Stück, dessen überaus anspruchsvolle Partitur vom Ensemble UnitedBerlin verblüffend virtuos gemeistert wurde.

DER TAGESSPIEGEL, 7. 12. 1998

Schon jetzt kann man sagen, daß die Aufführung der Winterreise nach der Fassung Hans Zenders in der Komischen Oper zu den gehaltvollsten Berliner Beiträgen im Schubert-Jahr gehört. ... Und dann ist diese Aufführung am Sonnabend in solchem Maße gelungen, daß man mit größtem Vergnügen etwas neues über Schuberts "Zyklus schauerlicher Lieder" erfahren hat, und darüber, wie sich in der Musik Älteres und Neueres zueinander verhalten. ... Schubert hat zu seiner Winterreise gesagt, sie habe ihn "mehr angegriffen, als dies je bei anderen Liedern der Fall war". Eine ähnliche Erfahrung hat das Publikum am Sonnabend gemacht und anschließend mit dem Applaudieren gar nicht mehr aufhören wollen.

BERLINER ZEITUNG, 29. 9. 1997

Einst verhöhnt, wurde das Werk (Arnold Schönbergs Kammersymphonie) am Freitag vom Konzerthauspublikum begeistert empfangen - nach einer hervorragenden Interpretation des Ensembles UnitedBerlin. ... Abgerundet durch Luigi Nonos serielle Canti per 13 zeigte UnitedBerlin ein intensives interpretatorisches Engagement, das mit Bravos honoriert wurde.

BERLINER ZEITUNG, 25. 11. 1996