Jan Cyž - Kompositionen - Erich Wagner, Leitung

Jan Cyž verfolgt in seinem Schaffen vielfältige Strategien, er „vernutzt“ historische Materialien nicht nur, um quasi humoristische Artikulationen zu erzeugen, sondern scheut auch den offensichtlichen „Galimathias“ nicht, heiße Luft zwischen die doppelten Böden seiner Absichten zu blasen. Auf diese Weise wird der Zuhörer angeregt, über das scheinbare „Auslaufmodell Musik“ nachzudenken, wenn er es denn erhören kann.

Cyž ist wenig geneigt, auf taube Ohren Rücksicht zu nehmen, sondern hält diesen als Musiker einen schalkigen (akustischen) Spiegel vor: Man sollte die Fratzen erkennen, die von dieser Welt auf uns zuschwimmen. Er erweist dem Publikum eine Scharlatanerie, um diese demselben gleichzeitig aufzudeckeln: Keine „Dummheit“ kann so „klug“ sein, keine „Klugheit“ so „dumm“, jeder sollte über seinen Status nachhören: Eulenspiegeleien. So schlägt sein Schaffen einen Bogen zu romantischen Phantasmagorien à la Hoffmann, ist er selbst der „Klein Zaches“, oder ist es das Publikum, bestehend aus unzähligen „Klein Zachi“?

Die Frage bleibt in den doppelten Deckeln der Strategie stecken, die erwartete Antwort verdunstet in der heißen Luft dazwischen, keiner weiß, wer am Ende beim Namen genannt wird, Netz oder doppelter Boden.

Juro Mětšk (2006)