27. Februar 2011, 19 Uhr, Institut für Psychotherapie Berlin
Goerzallee 5, 12207 Berlin

couchKultur XII
Saxa loquuntur - Sprechende Steine

Wenn wir von Archäologie in der Musik sprechen, dann führt sicher kein Weg an Béla Bartóks Arbeit vorbei: Er zog Anfang des 20. Jahrhunderts während vieler Jahre durch ländliche Gegenden Ungarns, Rumäniens, der Türkei und Nordafrikas, um die originäre Volksmusik zu sammeln und damit vor ihrem drohendem Verschwinden zu bewahren. Die Sammlungen heimatlicher Bauernmusik und arabischer Melodien hielt er auf unzähligen Wachswalzen, die mit einem Phonographen bespielt wurden, fest und ließ sie auf seine eigene Musik wirken.

Etwas anders verhält es sich im Fall der Ballettmusik
Trapèze von Sergej Prokofiev. Von seiner achtsätzigen Komposition galten die ersten beiden Teile während vieler Jahrzehnte als verschollen, bis sie im Jahre 2003 anlässlich seines 50. Todestages nach einer Rekonstruktion in einem nun wieder vollständigen Werk der Öffentlichkeit präsentiert werden konnten. Wir stellen es Ihnen in einer Video-Realisation von Claudia Esslinger vor.


Prof. Dr. Knut Ebeling ist Professor für Medientheorie und Semiotik an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Er studierte Philosophie, Kulturwissenschaft, Ästhetik und Kunstgeschichte in Berlin und Paris. Seit 1994 ist er Lehrbeauftragter am Seminar für Ästhetik der Humboldt-Universität zu Berlin. Promotion über Werke von George Bataille. 2005 hatte Ebeling eine Gastdozentur an der École Supérieure des Beaux-Arts, Algier/Algerien inne, seit 2007 ist er Lecturer an der Stanford University. 2008 habilitierte er sich an der Fakultät für Kunst- und Kulturwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin für »Kulturwissenschaft/ Ästhetik«. 2009 wurde er zum Professor für Medientheorie/Semiotik an die Kunsthochschule Berlin Weißensee berufen. Zahlreiche Publikationen zu Themen zeitgenössischer Kunst, Theorie und Ästhetik.